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12.12.1997 - 

Telekom-Rivale will Komplettangebot nachschieben

Arcor ködert Kunden mit Billigtarifen und Rabatten

Der Wettbewerb im deutschen TK-Markt nimmt nun auch für Kleinunternehmen und den privaten Haushalt Gestalt an. Pünktlich zum Jahreswechsel, so Harald Stöber, Vorsitzender des Vorstandes der Mannesmann Arcor AG, Eschborn, wird der Netzbetreiber auch dieser Klientel Telekommunikationsdienste anbieten.

Das Angebot heißt "Arcor privat Town to Town" und richtet sich an eine Zielgruppe, die monatlich für weniger als 500 Mark Nah- und Ferngespräche führt. Konkret verbergen sich dahinter zwei Tarifklassen: zum einen das taktbezogene Modell "Arcor privat", zum anderen die sekundengenaue Abrechnung "Arcor privat S" (siehe Tabelle). Zusätzlich liefert Arcor für Geschäftskunden im Rahmen von Town to Town den Tarif "Arcor business".

Arcor privat S bietet dem Kunden die sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Gesprächssekunde. Laut Anbieter rechnet sich dieser Tarif insbesondere für kürzere Telefonate. Alternativ dazu kann der Verbraucher das gewohnte Taktmodell wählen, wobei der Takt laut Stöber in der Regel länger ist als bei der Telekom.

Arcor privat Town to Town funktioniert nach dem Preselection-Verfahren, bei dem sich der Kunde fest für einen Anbieter für alle Nah- und Ferngespräche entscheiden kann. Alle Telefonate, die mit einer Null beginnen, gehen dann automatisch über das Netz dieser Telefongesellschaft, ohne daß der Teilnehmer eine zusätzliche oder veränderte Vorwahl eingeben muß. Im Klartext heißt das: Der Kunde muß mit Arcor einen Vertrag schließen, der laut Stöber eine Laufzeit von mindestens drei Monaten hat.

"Den Wechsel zu Arcor erledigen wir für unsere Kunden innerhalb weniger Tage durch Umschalten auf unser Netz", sagte der Arcor-Vorstand in Frankfurt. Die Telekom, in deren Vermittlungsstellen die Preselection programmiert werden muß, hat den Eschbornern, so Stöber, vertraglich eine maximale Umschaltdauer von fünf Tagen zugesichert.

Um den Kunden den Wechsel von der Telekom zu Arcor schmackhaft zu machen, wirbt der neue Carrier zusätzlich mit einem Rabattsystem. Subscriber von Arcor privat Town to Town erhalten fünf Prozent Rabatt auf einen Monatsumsatz von 75 Mark, zehn Prozent für 150 Mark sowie 15 Prozent vom Gesamtbetrag ab 300 Mark.

Interessenten, die sich noch nicht vertraglich an die Eschborner binden, aber dennoch günstiger telefonieren wollen, möchte der Carrier mit dem Schnupperangebot "Arcor Call by Call" ködern. In diesem Fall wählt sich der Kunde mit der 01070 für Nah- und Ferngespräch direkt in das Arcor-Netz ein. Für Call by Call gelten die Gesprächspreise von Arcor privat S, allerdings ohne Rabatte. Die Telefonate werden dem Kunden auf seiner gewohnten Telekom-Rechnung ausgewiesen und unter den beiden Carriern direkt abgerechnet.

Trotz des "Billigangebots" rechnen die Verantwortlichen bei Mannesmann Arcor Anfang 1998 nicht mit einem überwältigenden Run auf ihr Netz. "Revolutionen sind in einem solchen Markt nicht möglich", meint Stöber. Zu einer genauen Schätzung war der Arcor-Chef nicht bereit. Vorsichtig sprach er für 1998 im Privatkundenmarkt von einer Größenordnung um die "Hunderttausende". Dies, so Stöber, könnten auch 999999 Kunden sein, das Arcor-Netz sei dafür jedenfalls gerüstet.

Stöber wies in Frankfurt auch darauf hin, daß sein Unternehmen sofort mit einem Komplettangebot reagieren werde, sobald mit der Telekom eine Regelung für die Verbindung zum Haushalt gefunden sei. Das Angebot der Bonner von 28,60 Mark für den entbündelten Teilnehmeranschluß sei nicht akzeptabel. "Das ist ein Fall für den Regulierer", sagte der Vorstand. Stöber bedauert die Verzögerung, die den direkten Zugang zum Privatkunden im Moment noch weitgehend ausschließt, rechnet aber in den nächsten Monaten mit einer Entscheidung der frischgebackenen Regulierungsbehörde.