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16.12.2008

Argus patrouilliert im Glasfasernetz

Glasfasern stellen in vielen IT-Abteilungen eine Schwachstelle im Netz-Management dar. Das Starnberger Startup-Unternehmen Fisec will mit seiner Monitoring-Lösung "Argus" Abhilfe schaffen.

Netz-Management gilt als reife IT-Disziplin und wird von Systemintegratoren zusammen mit dem System-Management eines Kunden zu so genannten Operational Services zusammengefasst. Dabei wird gern übersehen, dass Glasfasernetze im Netz-Management oft stiefmütterlich behandelt werden. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in dem Umstand, dass sie erst Anfang dieses Jahrzehnts über den Boom der Speichernetze auf Fiber-Channel-Basis Bedeutung für den Rechenzentrumsbetrieb gewonnen haben, es sich also um eine noch junge Disziplin handelt. Das ist umso fataler, als gerade die mit Glasfaser angebundenen Desaster-Recovery-Systeme und Backup-Rechenzentren im Gefahrenfall problemlos funktionieren müssen.

Die Probleme

Doch die zur Überwachung verfügbaren optischen Verfahren sind teuer und nur unter hohem Aufwand mit gängigen Management-Umgebungen zu koppeln. Unterschätzt werden laut Fisec-Gründer Thomas Hohendanner auch die Folgen der ständig wachsenden Anforderungen besonders bei alternden Fasern: "Wir sehen, dass die Glasfaser schon bei 10-Gbit-Datenströmen zunehmend an ihre Leistungsgrenzen stößt. Diese Situation wird sich bei einer Übertragung von 40 oder 100 Gbit noch verschärfen." Angesichts dieser Probleme sollte mit Argus eine vergleichsweise günstige und leicht integrierbare Monitoring-Lösung entstehen.

"Am Anfang stand die Idee, die optischen Reflexionsverfahren zu digitalisieren", erinnert sich Hohendanner. Dazu ersetzt die Argus-Technik (CODTR = Correlation Optical Time Domain Reflectometer Technology) den optischen Abtaststrahl durch einen kontinuierlichen Fluss von Bit-Mustern, der auf einer von den Anwendungen nicht benötigten Frequenz ständig durch die Glasfaser patrouilliert. Anders als die optische Messung können diese Datenpakete den sonstigen Informationsfluss nicht stören und lassen sich daher permanent im Hintergrund einsetzen. Dank Standardkomponenten anstelle teurer Dioden und spezieller Pulslaser ließ sich zudem der Gerätepreis pro überwachte Leitung auf rund 5000 Euro drücken. Vor allem sind die vom Monitor gewonnenen Messreihen unmittelbar digital auswertbar und lassen sich in Netz-Management-Systeme einbinden. Äußerlich besteht Argus aus einem Chassis für die 19-Zoll-Einschubkarten, die dem Anschluss der Fasern, dem Monitoring sowie der Auswertung der Messergebnisse dienen. Hinzu kommen Anschlüsse für PCs und IP-Netze.

Die Diagnose erfolgt in der Management-Komponente AMA, die im Kern einen Intel-Celeron-Rechner mit einer 40-GB-Festplatte darstellt. Dort läuft unter Linux das Web-Interface und eine Open-Source-Datenbank.

Drilldown zur Ursache

Bedient wird die Lösung (offen oder verschlüsselt) über das Web-Interface, das Probleme in einer Ampel-Symbolik meldet und einen Drilldown zur Ursache ermöglicht. Es kommen aber auch die Konsolen klassischer Netz-Mangement-Umgebungen wie etwa HP-Openview in Frage, die mit dem Simple Network Management Protocol (SNMP) arbeiten. Fehler im Glasfasernetz werden laut Hersteller metergenau und in Echtzeit lokalisiert. Auch die Art des Fehlers soll sich ermitteln lassen, sei es eine Faserbeschädigung oder eine Manipulation zum Abhören des Datenverkehrs.

Einsatzbereiche

Die bislang nur an Pilotkunden ausgelieferte Version 1.0 von Argus konzentrierte sich allerdings auf das Monitoring von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Rechenzentren. Damit auch Betreiber komplexer Glasfaser-Topologien auf den Geschmack kommen, wurde die jetzt allgemein verfügbare Version 2.0 von Argus um das geografische Informationssystem (GIS) der Esri Inc. erweitert. Das GIS-Modul bietet Optionen für das Design, die Darstellung und die Überwachung der Netze. Störungsstellen erscheinen auf dem Leitungsplan rot blinkend und werden auf dem Bildschirm, Handy, Web-Browser oder der Konsole um Informationen wie Datum und Ortsangaben ergänzt. (ue

Features auf einen Blick

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Zentrales Inline-Monitoring für Glasfasernetze, metergenau und in Echtzeit;

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Preiswert dank Standardkomponenten und Open-Source-Software;

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in klassische SNMP-Management-Umgebungen integriergbar;

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3D-Darstellung und Fehlerlokalisierung auf GIS-Basis;

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Preis: 5000 Euro plus Installationskosten.

Die Komponenten

Argus Manager (AMA), ein Controller zur Analyse und Auswertung der Messergebnisse;

Argus Monitor (AMO), die COTDR-Einheit für die Messungen;

Argus Line (ALI) zur Anbindung der Messeinheit mit der zu überwachenden Faser;

Argus Termination (ATE) schließt das Messsignal (elektrisches Modul) ab;

GIS-Modul.