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20.12.2002 - 

CEO Robert Calderoni setzt auf Ausgabenkontrolle

Ariba will von Sparzwängen profitieren

MÜNCHEN (mo) - Von der Krise profitieren - so stellt sich Ariba seine Zukunft und den Aufschwung zu einer Milliarden-Dollar-Company vor. In den wirtschaftlich harten Zeiten setzt das ehemalige E-Procurement-Unternehmen auf Software für die Ausgabenkontrolle.

"Peoplesoft ist mit Personal-Management-Software ein Zwei-Milliarden-Dollar-Unternehmen geworden, Siebel ist mit CRM ein Zwei-Milliarden-Dollar-Unternehmen geworden - mit unserem ''Enterprise Spend Management'' sparen die Unternehmen extrem viel Geld. Daher sehe ich keinen Grund, warum wir nicht das Gleiche oder mehr erreichen sollten", wirbt Ariba-Chef Robert Calderoni im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE. Der CEO kündigt an: "Wir können in fünf bis sieben Jahren ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen sein."

Diesen Aufschwung soll Ariba das Enterprise Spend Management (ESM) bringen. Die Lösungen erlauben Unternehmen die Kontrolle der Ausgaben und des Einkaufsprozesses. Finanzchefs hätten heute Informationsbedürfnisse, die über die Funktionalität marktgängiger Rechnungswesenprogramme hinausgehen. "Um zu sparen, ist es wichtiger, bei der Ausgabenverwaltung zu wissen, was gekauft wurde und von wem", erklärt der Ariba-Chef. Außerdem müssten wilde Beschaffungswege geschlossen und Rahmenverträge ordentlich verwaltet werden.

Zum Portfolio von Ariba gehören unter anderem Lösungen für Analyse, Beschaffung, Vertragsverwaltung und Zulieferer-Management. Zum Beispiel können die Leistungsfähigkeit von Lieferanten und die Einhaltung von Beschaffungsrichtlinien überwacht sowie Beschaffungsprozesse optimiert werden.

Die ehrgeizigen Pläne halten Analysten für nicht abwegig. "Ariba hat die Chance, diesen Markt in Schwung zu bringen", glaubt Bruce Richardson, Senior Vice President Research beim Beratungsunternehmen AMR Research. Allerdings bleibe hierzu noch einiges zu tun. So müsse Ariba unter anderem starke Partner finden, die die Serviceseite abdeckten.

Immerhin hat Ariba einige große Unternehmen von sich überzeugen können. So benutzen bei Merrill Lynch rund 7500 Mitarbeiter die Suite. Deren Einsatz hat beim Ankauf von Zeitarbeitsdiensten rund 40 Prozent gegenüber dem früheren Vertrag eingespart. In der Druckbevorratung konnten die Kosten um 20 Prozent reduziert werden. Weitere große Kunden von Ariba sind Dell, Exxon Mobil und Southwest Airlines. Hierzulande nutzen unter anderem BMW und Aventis die Lösungen.

Mit seiner neuen Strategie ist Ariba in jüngster Zeit recht erfolgreich. Zwar hat der Softwarehersteller im Geschäftsjahr 2002 (Ende: 30. September) mit rund 230 Millionen Dollar Umsatz nur etwas mehr als die Hälfte des Vorjahresbetrags erzielt, aber in den vergangenen vier Quartalen sind die Einnahmen wieder stetig angewachsen. Außerdem ist die Finanzlage solide: "Unsere Barmittel sind in den vergangenen zwei Quartalen gestiegen, und wir machen operativen Gewinn."

Trotzdem bleibt das Unternehmen vor Hohn nicht verschont. Oracle-Chef Larry Ellison sagte auf seiner Kundenveranstaltung "Oracleworld" über Ariba, dessen Software hätte von zwei Katzen programmiert werden können. "Er war zu lange in der Sonne vor Neuseeland", entgegnet Calderoni mit Hinweis auf die Teilnahme Ellisons an der Vorbereitungs-Segelregatta für den Americas Cup.