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24.09.2013 - 

Der CP-Querschläger

Armes Finnland – wie verzweifelt war Nokia?

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Von den einst hoch angesehenen Nokia-Handys ist nicht mehr viel übrig. Der CP-Querschläger bedauert jedenfalls den Niedergang des früheren finnischen Vorzeigeunternehmens.

Zur Übernahme der Handy-Sparte von Nokia durch Microsoft hatten wir eine Umfrage gestartet (--> Ergebnisse anschauen). Auch der CP-Querschläger hat sich zu dieser Entwicklung geäußert.
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Nokia-Zentrale in Espoo: "Früher waren die Finnen auch nicht mächtig, aber clever."
Nokia-Zentrale in Espoo: "Früher waren die Finnen auch nicht mächtig, aber clever."
Foto: Nokia

Einst waren die Finnen, nicht nur Nokia, in vielen Bereichen Vorreiter. Ob Unternehmenskultur, das Bildungssystem, der politische Umgang mit großen Nachbarn oder einfach ihr unbändiger Durst – die Finnen waren beliebt.

Auch, aber nicht nur deshalb, waren Nokia-Handys in Deutschland hoch angesehen. Kein Billigkram, sondern Qualität "Made in Finland". Ein proprietäres, aber logisches und leicht verständliches Betriebssystem namens Symbian mit so hübschen Namen wie Anna, Belle oder Carla. Im Gegensatz zu klebrigen Jelly Beans oder den antiseptischen Namen der Apple- oder Microsoft-Kreativen.

Mächtig waren die Finnen noch nie, aber clever: Sie hatten sich von einem der ärmsten Länder Europas zu einem wohlhabenden modernen Staat entwickelt. Außer mit Nokia verbindet man Finnland sonst nur mit Sauna, Wald und tausend Seen.

Und nun hat das Land, mit gerade mal so vielen Bewohner wie Madrid hat, nicht mal mehr die guten Nokia-Telefone. Die Auswirkungen auf Finnland sind noch nicht abschätzbar. War das also immer noch clever oder ist es die pure Verzweiflung? (--> siehe auch Pro/Contra des Microsoft/Nokia-Deals)

Die Handysparte an Microsoft verkauft, anstatt mit Android-Lizenz gegen Samsung und den Rest Asiens anzutreten. Verkauft an die Herren aus Redmond, die eigentlich gar keine Lust mehr hatten, bei Microsoft etwas zu reißen. Verkauft, obwohl es ein europäisches Prestigeobjekt war, obwohl kaum noch Hersteller von Rang im Spiel sind.

Andererseits: Was ist bei Ikea noch schwedisch, oder was ist bei der Deutschen Bank noch deutsch?

Egal – im September 2010 kam Ex-Microsoft-Manager Stephen Elop an die Nokia-Konzernspitze. Nur fünf Monate darauf verkündete Nokia, auch Windows Phone zu unterstützen – und schrieb plötzlich Milliardenverluste. Ein halbes Jahr später wurde das Lumia 800 vorgestellt.

Übrigens ist dieser Ex-Microsoft-Mann Stephen Elop jetzt als Firmenchef von Nokia zurückgetreten – und ist jetzt Chef der Handysparte bei Microsoft.

Mein Fazit: Nokia hat in Sachen Smartphone aufgegeben wie einst Siemens und Ericsson. Das Kartellamt wird wohl zustimmen, die Beschäftigten wird niemand fragen.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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