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27.05.1994

Armes reiches Softwarehaus CA

Die Uebernahme der ASK-Gruppe durch Computer Associates (CA) ist zwar noch nicht perfekt, aber niemand zweifelt daran, dass der Deal zustande kommen wird. Die CW berichtet auf Seite 1, es gibt einen Grosser-Fisch-frisst-kleinen-Fisch-Cartoon, doch haftet der geplanten Transaktion nichts Spektakulaeres an - die Folgen fuer den Wettbewerb waeren absehbar. CA hat Erfahrung mit solchen Zusammenschluessen, was den ASK/Ingres-Managern die Vorentscheidung sicherlich erleichterte, und auch die Kunden kann die Entwicklung eigentlich nicht ueberraschen. Mancher mag darin eine Gefahr fuer die marktwirtschaftliche Ordnung erkennen - Computer Associates, so die Befuerchtung, koennte im traditionellen Softwaresegment zu maechtig werden.

Das Argument liefert keine neuen Erkenntnisse, es lenkt sogar von dem eigentlichen Problem ab: der Laehmung, die die gesamte IT- Branche befallen hat, wenn man von dem Consumer-nahen PC-Geschaeft (Stichwort: Infotainment) einmal absieht. Die maltraetierte Host-DV gibt ihren Geist auf, landet auf der Outsourcing-Deponie. Die Altlasten proprietaerer Systeme sind damit nicht beseitigt. Noch halten sich die verunsicherten Anwenderunternehmen mit Investitionen in neue, verteilte DV-Systeme zurueck. Fuer eine IT- Offensive haben sie weder Geld noch Laune. Ueber ein langfristige IT-Strategie zur Erhoehung der Wettbewerbsfaehigkeit wird selten nachgedacht - ein Szenarium, das sich als verhaengnisvoll erweisen koennte.

Das Ergebnis fuer die Anbieter von IT-Komponenten ist eindeutig: Herkoemmliche, meist noch proprietaere Systeme lassen sich nicht mehr gewinnbringend vermarkten, das Client-Server-Geschaeft laeuft entgegen anderslautenden Meldungen aus der DV-Industrie nur aeusserst zaeh an - unterm Strich rechnet sich das Enterprise- Computing-Business derzeit nicht. Wo auch immer die etablierten Hardwarehersteller mit Modellkosmetik und Preisnachlaessen das Schlimmste verhindern wollen, zahlen sie drauf.

IBM & Co. vermitteln indes nicht den Eindruck, als seien bei ihnen die Alarmsignale hochgegangen. Neue Konzepte, wie der Branche auf die Spruenge geholfen werden koennte, sind zwar in der Diskussion, doch es geschieht zu wenig. Warum gibt es keine "Aus-vernetzten- Datenbanken-frisch-auf-den-Schreibtisch"-Gemeinschaftsinitiative als Werbung fuer den Wettbewerbsfaktor Information? Wo bleibt der Vorstoss in Sachen Ausbildungsdefizit? Nachweislich fehlen IT- Spezialisten mit dem richtigen Know-how. So kann die Krise nicht ueberwunden werden.

Das Unvermoegen zu handeln zeigt sich auch bei den Softwarefirmen. Der Markt fuer Mainframe-Anwendungen wird weiter ausgeduennt, daran aendert auch die Tatsache nichts, dass CA finanziell gut dasteht. Das (Mainframe-)Baumsterben laesst sich nicht aufhalten. Wenn im Walde die Nadeln fallen, wird das Maennlein besser sichtbar. Armes reiches Mainframe-Softwarehaus! Von der ASK/Ingres-Akquisition darf sich CA nicht allzuviel erwarten. Liefe Client-Server bereits, muessten die Ingres-Anwender nicht bangen - ein Teufelskreis.