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Neue Geschäftsstelle in Berlin eröffnet


10.05.1991 - 

Arthur D. Little legt zu mit Aufträgen aus neuen Ländern

BERLIN (see) - Europa war im vergangenen Jahr der Markt mit dem - größten Wachstum weltweit - zumindest für die in der Management- und Technologieberatung tätigen Unternehmen. Zu diesem Schluß kommt die Arthur D. Little International Inc. auch anhand ihres eigenen Beispiels. Besonders in Deutschland und Österreich boomte die Nachfrage nach den Diensten von ADL.

Der europäische Anteil am weltweiten Beratungsgeschäft der Company aus Cambridge/Massachusetts hat sich 1990 um ein Viertel seines Volumens von 22,6 auf 26,2 Prozent erhöht. Weniger expansiv waren die Regionen Südamerika, Mittlerer Osten/Asien sowie andere Regionen, darunter Osteuropa, die jedoch allesamt auf Kosten des US-Geschäftes - 1990 erstmals knapp unter 60 Prozent ihren Anteil am Umsatz von ADL ausbauten. Einen besonders großen Anteil am Wachstum der europäischen Aktivitäten hatte nach Darstellung von Tom Sommerlatte, Vice-President und Managing Director Europe, die Tätigkeit der Berater in Deutschland und Österreich.

Hier sei man an die Kapazitätsgrenzen und teilweise darüber hinaus gelangt, weil der deutsche Osten mit seinem enormen Beratungsbedarf - in der DDR beziehungsweise Ex-DDR generierte ADL nahezu ein Viertel des Deutschland und Österreich-Umsatzes - zu einer Steigerung des Consulting-Volumens von 30 auf 40 Millionen Mark gesorgt habe, wie Sommerlatte herausstrich. Gleichwohl, so der Direktor der neuen Berliner ADL-Niederlassung, Werner Knetsch, habe sich die "Faszination" westlicher Beratung für die Ost-Unternehmen in erheblichem Maße abgeschliffen. Qualitätsmängel in den Leistungen der Consulter sind laut Knetsch hierfür verantwortlich; eine Reihe von Konkurrenten seien der Versuchung des schnellen Geldes erlegen und hätten mehr Aufträge gleichzeitig übernommen, als sie bewältigen konnten.

Für die Mikroelektronik-Industrie der damaligen DDR hat ADL nach Knetschs Darstellung bereits im September 1990 ein Unternehmenskonzept vorgelegt, daß inzwischen in weiten Teilen von der Treuhand bestätigt worden und in der Umsetzung begriffen sei.

Schwierigkeiten wurden unterschätzt

In diesem umfassenden produkt- und technologiepolitischen Plan mit Bezug auf die einzelnen Geschäftseinheiten, so ADL-Präsident Charles La-Mantia, seien alle vorhandenen Produkte, - Technologien und Ressourcen auf ihre Brauchbarkeit und ihr Marktpotential untersucht worden.

Als Maßnahme zur Erneuerung der umfassenden Organisationsstruktur wurden die Geschäftsfelder der Branche in der PTC Elektronik AG zusammen gefaßt; diese muß sich gegenwärtig einer radikalen Schrumpfkur unterziehen.

Von den noch zirka 23 000 Lohn- und Gehaltsempfängern leisten bereits 16 000 Kurzarbeit; 10 000 müssen mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen (siehe CW Nr. 10 vom 8. März 1991, Seite 6).

Darüber hinaus ist geplant, die ehemaligen Betriebe des elektronik die ehemaligen des Kombinates Mikroelektronik , die Erfurter Ermig GmbH, die Halbleiterwerk GmbH, Frankfurt/Oder, und die Mikroelektronik Neubaus GmbH - zusammenzulegen, um durch eine Konzentration des Chip-Bereiches dessen Fortbestand innerhalb der PTC zu sichern.

ADL ist der Ansicht, daß die wirtschaftlichen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Beitritt der fünf neuen Länder zur Bundesrepublik in ihrer Schwierigkeit unterschätzt worden sind.

Arthur D. Little generierte im vergangenen Jahr nach Angaben Sommerlattes 17 Prozent des Umsatzes in Deutschland und Österreich aus Verträgen mit Unternehmen der Elektronik-, IT- und Telekommunikationsindustrie. Damit ist diese Branche der zweitgrößte Geschäftsfaktor der Beratungsgesellschaft nach der Chemischen/ Pharmazeutischen Industrie. Heruntergebrochen auf sogenannte "Beratungsthemen", verteilt sich der Umsatz nach Angaben des Europadirektors wie folgt:

- Strategie- und Organisationsberatung: 57 Prozent,

- Technologie- und Innovationsberatung: 23 Prozent,

- Umweltschutzberatung: 7 Prozent,

- Informationsmanagement-Beratung: 7 Prozent und

- Operative Beratung: 6 Prozent.

Den Gesamtumsatz der weltweiten Aktivitäten gibt ADL mit 318 Millionen Dollar an, nach 293 Millionen im Jahr 1989.