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19.05.1978

Arthur D. Little prophezeit Boom in der Nachrichtentechnik: Vom Tamtam zum Terminal

MÜNCHEN (CW) - Die digitale Vermittlungstechnik, die in starkem Maße auf der Computerentwicklung beruht, wird technisch weniger entwickelten Ländern beim Aufbau ihrer Nachrichteinrichtungen das Überspringen veralteter Techniken gestatten. Folge: Weltweit werden sich die Umsätze bei nachrichtentechnischen Ausrüstungen bis 1987 mehr als verdoppeln und ein Volumen von 65 Milliarden Dollar (nach dem Dollarkurs von 1977) erreichen. Die Umsätze von 1977 erreichten global die Höhe von 30 Milliarden.

Diese Prognose (siehe CW 20 vom 12. Mai 1978, Seite 1) machte die amerikanische Arthur D. Little, Inc. (ADL) kürzlich nach einer Meldung in der Zeitschrift Computerworld vom 17. April auf dem internationalen nachrichtentechnischen Forum dieses Unternehmens.

Mit 10,1 Prozent im Jahr wird der Markt der privaten Systeme - vor allem in den Vereinigten Staaten, in Japan und Europa - das stärkste Wachstum aufweisen. Die Marktsektoren der Vermittlungs-, Übertragungs- und Verteilungsanlagen werden zwar etwas langsamer wachsen aber jeweils einen Anteil von etwa einem Drittel der Gesamtumsätze auf sich vereinigen.

ADL sagte für die Marktsektoren der Übertragung und örtlichen Verteilung - sie umfassen die drahtlosen, drahtgebundenen und Nachrichtensatellitensysteme - eine jährliche Wachstumsrate von 8,1 Prozent voraus. Dies ist eine Folge der internationalen Expansion der Entwicklungsregionen sowie der Erweiterung der Fern- und Nahverbindungsnetze zwischen und innerhalb der Ballungszentren.

Mit einem zu erwartenden jährlichen Wachstum von annähernd 10 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre stellen die Entwicklungsländer das größte Marktpotential dar. Im Vergleich dazu wird die Wachstumsrate für Nordamerika nur 6,2 Prozent betragen.

Als Folge der sich ausdehnenden Weltmärkte wird für den nordamerikanischen Anteil am Markt für nachrichtentechnische Ausrüstungen ein Rückgang von gegenwärtig 47 Prozent auf 40 Prozent um 1987 vorausgesagt.

In technisch unterentwickelten Ländern wirken vor allem die wirtschaftliche Situation und die sehr geringe Dichte der auf die Bevölkerungszahl bezogenen nachrichtentechnischen Einrichtungen einem ausgedehnten Wachstum entgegen.

Während die Aussichten dazu in den Industrienationen und den reichen Ländern der Dritten Welt günstig sind, werden die bedürftigen Nationen sich um finanzielle Hilfe bei der Weltbank und den Regierungen der Industrieländer bemühen müssen, meint ADL.

Gute Chancen für umfangreiche Installationen bieten aber auch die Länder, in denen der Ausbau der Nachrichtennetze schon weit fortgeschritten ist. Denn hier ist nicht nur der Übergang auf elektronische Vermittlungssysteme und der Aufbau umfangreicher Datennetze, sondern auch die Installation neuartiger Techniken, Special-Purpore-Terminals, geplant oder bereits im Gang.

Darüber hinaus erwarten die Marktforscher von ADL eine Umsatzsteigerung bei Ausrüstungen, die für spezielle Dienste gebraucht werden. Das gilt beispielsweise für die Forschung und Entwicklung, wie auch für die Installation die Wartung von Systemen.

Die Aussichten neu in den Markt eintretender Unternehmen für nachrichtentechnische Ausrüstungen sind günstig. Zurückzuführen ist das nicht zuletzt auf die Auswirkung neuer gesetzlicher Bestimmungen und neuer Technologien. Allerdings hat sich in der Branche ein ständiger Konzentrationsprozeß vollzogen. Wie ADL feststellt, erreichten 13 Unternehmen im Jahr 1976 Umsätze von jeweils mehr als 500 Millionen Dollar. Gerade den großen Unternehmen gelang parallel mit der Umsatzzunahme auch eine Steigerung der Gewinne, während sie Preissteigerungen anderer Konsumerzeugnisse halten konnten.

Weitere auf dem Forum behandelte Themen waren die zukünftige Anwendung der Telekonferenztechnik und die Telediagnose. Mit ihrer Verwirklichung dürfte jedoch erst gegen Ende unseres Jahrhunderts zu rechnen sein.

Angesicht eines zunehmenden weltweiten Datenaustausches wird der Schutz der Privatsphäre zu einem immer größeren Problem. Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich dabei auch aus der Tatsache, daß die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Daten aber auch Gesichtspunkte der nationalen Sicherheit sich von Land zu Land unterscheiden.