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10.09.1993

Artisoft, Microsoft und Novell bekommen Zuwachs IBM will mit eigenem Produkt Peer-to-peer-Markt begluecken

AUSTIN (IDG) - Neues im Peer-to-peer-Networking gibt es von IBM. Waehrend die Verantwortlichen in Armonk bis dato eher den Eindruck erweckten, Produkte wie Net-

ware Lite oder Lantastic seien Systeme fuer unprofessionelle Anwendungen, will Big Blue nun die im LAN Server 3.0 integrierte Peer-to-peer-Funktionalitaet ausgliedern und demnaechst als eigenstaendiges Produkt vermarkten.

Die noch nicht mit einem Produktnamen versehene Peer-to-peer- Loesung von IBM soll nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Network World" alle Funktionen eines Non-Server-dedicated-Netzes erfuellen - insbesondere das gleichberechtigte File- und Printer- Sharing aller angeschlossenen PCs. Hinzu kommen, wie Al Olbert, Director von Big Blues LAN-Systems-Division, ankuendigte, Features wie Dynamic Data Exchange (DDE) und "Clipboard Support", mit denen Windows-Applikationen im Netz verteilt beziehungsweise Aenderungen in einzelnen Programmen automatisiert werden koennen.

Dass die Verantwortlichen in Armonk nun ploetzlich den Peer-to- peer-Markt entdecken, kommt fuer Insider einigermassen ueberraschend, war doch der LAN Server 3.0 bei seiner Premiere im vorigen Jahr hauptsaechlich als strategisches Enterprise-Networking-Konzept gefeiert worden - mit einigen Peer-to-peer-Features quasi als Abfallprodukt. LAN-Division-Chef Olbert selbst hatte denn auch in der Vergangenheit kaum eine Gelegenheit ausgelassen, mit aeusserster Geringschaetzigkeit auf die Nachteile des Peer-to-peer-Networkings hinzuweisen, insbesondere die in der Tat nicht ueberzeugende Sicherheit.

Genau dieses Problem soll aber, so Olbert, in der IBM-Loesung weitgehend ausgemerzt sein. Jedenfalls koennen die Anwender dort aller Voraussicht nach fuer jeden PC spezifisch festlegen, welche Files fuer den allgemeinen Datenfluss im LAN freigegeben werden und damit das Manko, dass kein zentraler Administrator User-Rechte vergeben kann, zumindest einigermassen kompensieren.

Welche Motivation hinter dem Peer-to-peer-Engagement der IBM steckt, bleibt allerdings offen. Man wolle, so Olberts lapidare Auskunft, einer verstaerkten Nachfrage in diesem Bereich Rechnung tragen und gehe davon aus, eine Loesung praesentieren zu koennen, die im Markt Anklang finde. Ueber den genauen Auslieferungstermin der Software soll zum Jahresende entschieden werden; fest steht indes, dass das Peer-to-peer-Produkt vor allem fuer Kleinnetze mit zwei bis fuenf PCs konzipiert sein soll - bei gleichzeitiger Connectivity zum LAN Server 3.0, der mehr als 1000 Enduser bedienen kann.