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03.12.2007 - 

Becom, Comparex und InforsaCom unter einem Dach

Arxes ganz groß

Eine Woche lang kursierte das Gerücht, die niederländische TDM-Gruppe würde den Kölner IT-Dienstleister Arxes übernehmen. Nun ist alles ganz anders als erwartet gekommen.

Von Alexander Roth undDr. Ronald Wiltscheck

Die deutsche TDM-Tochter TDMI Duitsland Holding B.V. hat am vergangenen Freitag die NDO Services B.V., die Muttergesellschaft der Arxes Group GmbH, von der Waterland Private Equity Fund II B.V. erworben. Damit geht ein Anteil von 76,36 Prozent an der Arxes NCC AG in den Besitz der TDM Holdings N.V. Diese hat für jede Arxes-Aktie 1,95 Euro auf den Tisch gelegt. Der Erwerb soll bis zum 7. Dezember 2007 vollzogen werden. Den übrig gebliebenen Aktionären der Arxes NCC AG (23,54-Prozent-Anteil) wird TDMI ein Pflichtangebot unterbreiten.

Dies bedeutet aber keinesfalls, dass Arxes vom Markt verschwinden wird. Ganz im Gegenteil: Die Arxes NCC AG übernimmt im Gegenzug von der TDMI-Gruppe die Beteiligungen an den deutschen Systemhäusern Comparex, Becom und InforsaCom (ex Morse) für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Damit gehen die ehemaligen Nummern fünf, sieben und neun der deutschen Top-25-Systemhäuser in den Besitz der Arxes NCC AG über.

Doch gleichzeitig übernimmt der Kölner IT-Dienstleister von der TDMI-Gruppe auch die Verbindlichkeiten der drei Systemhäuser in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Deswegen stundet TDMI Arxes den Kaufpreis in Form eines Darlehens. Sämtliche Verbindlichkeiten der Arxes NCC AG gegenüber TDMI (einschließlich des Kaufpreisdarlehens) sind mit einem Rangrücktritt versehen.

Der Kauf der drei Unternehmensgruppen steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats der Arxes NCC AG. Ferner muss noch eine sogenannte Due-Diligence-Prüfung durchgeführt werden. Auch eine Kaufpreisanpassung und die Berücksichtigung der Rücktrittsrechte könnten noch notwendig werden.

Anfang der vergangenen Woche hat Arxes planmäßig die aktuellen Geschäftszahlen präsentiert. Im Vergleich zu den Vorquartalen können sich diese durchaus sehen lassen: Demnach erzielte der Kölner IT-Dienstleister in der abgeschlossenen dritten Finanzperiode des laufenden Jahres erstmals seit vier Quartalen wieder ein positives Betriebsergebnis. So beläuft sich das EBIT aktuell auf 69.000 Euro, in dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, dem letzten mit schwarzen Zahlen, hatte es 205.000 Euro betragen. Der Umsatz im dritten Quartal stieg nur leicht um drei Prozent von 14 Millionen Euro aus dem Vorjahr auf 14,5 Millionen Euro.

Daher sieht sich Arxes nun im Aufwind: Das positive EBIT sei eine Folge des Restrukturierungsprogramms, das der Vorstand im Juni 2007 ins Leben gerufen habe. Gemeint sind damit die Entlassungen sowie eine gestraffte Organisation innerhalb des Konzerns.

Bei der Bewertung der Zahlen ist jedoch auch der geplatzte Großauftrag von BWM zu berücksichtigen, der in der Folge auch die Entlassung von 200 Mitarbeitern mit sich brachte. Arxes-Vorstand Hans-Jürgen Bahde hatte den Dienstleistungsvertrag am 28. September 2007 aufgelöst. Man habe "den BWM-Großauftrag mittlerweile als wesentlichen Verlustträger und Risikofaktor identifiziert", so der Wortlaut des Berichts.

Die kumulierten Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres sehen indes nicht so rosig aus: Hier liegt das EBIT bei minus 2,7 Millionen Euro (Vorjahr: minus 0,8 Millionen Euro), der Umsatz stieg vor allem dank des bis dato noch positiven Umsatzeinflusses des BMW-Auftrags auf 44,4 Millionen Euro (Vorjahr 39,8 Millionen Euro).

¬ªDas positive EBIT ist eine Folge des Restrukturierungsprogramms.¬´ Arxes-Chef Hans-Jürgen Bahde
¬ªDas positive EBIT ist eine Folge des Restrukturierungsprogramms.¬´ Arxes-Chef Hans-Jürgen Bahde

Lesen Sie dazu auch die "Stimme aus der Redaktion" auf Seite 3.