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21.08.1992 - 

PPS-System geht an Entwickler zurük

AS/400-PLATTFORM FÜR SAP kein Nahziel mehr

WEINSTADT (qua) - Die SAP AG, Walldorf, hat ein Stück aus ihrer Tochterfirma Steeb-CAS Informationstechnik GmbH, Abstatt, herausgebrochen und an die BIW GmbH, Weinstadt, verkauft. Mit Wirkung vom 1. August 1992 übernahm die BIW zusätzlich zum Vertrieb auch die Pflege des PPS-Pakets aus der SC/400-Palette, das sie ursprünglich selbst entwickelt hatte.

Neuen Auftrieb erhalten jetzt Gerüchte, wonach SAP beziehungsweise das Tochterunternehmen Steeb-CAS die für IBMs AS/400 ausgelegten SC/400-Produkte aufgeben will, um sich nur noch der Vermarktung der neuen R/3-Pakete zu widmen. Die Konkurrenz wird diese Entwicklung begrüßen. "Der Markt ist verunsichert darüber, wie die Zukunft des PPS-Systems von CAS aussehen wird", bemerkt beispielsweise Christian Kieslich, Geschäftsführer der CMG Deutschland GmbH, Frankfurt.

BIW-Geschäftsführer Helmut Polzer sieht das anders. Seiner Ansicht nach ist frühestens in vierjahren mit einem Produktionsplanungs- und -steuerungssystem innerhalb einer AS/400- basierten R/3-Familie zu rechnen.

Wie SAP bestätigt, sollen zunächst die kaufmännischen Anwendungen auf die proprietäre IBM-Maschine portiert werden - sobald deren Speicherkapazität das zuläßt. Und das kann noch eine Weile dauern.

In der Zwischenzeit nimmt die BIW die Verwertungs-, Vcrtriebs- und Weiterentwicklungsrechte an den PPS-Komponenten wahr, die sie seit Mitte der 80er jahre selbst vermarkten.

Daran änderte sich auch nichts, als SAP Ende 1990 die BIW-Tochter CAS mitsamt ihren Anwendungsprodukten schluckte.

Die 35 mit dem PPS-System befaßten Full-time-Entwickler sowie eine Reihe der Support- und auch der Hot-line-Mitarbeiter sind bereits zur BIW übergewechselt.

Bei der SAP verblieb jedoch das Urheberrecht an der Software. Darin sieht Polzer eine Garantie dafür, daß der Softwareriese sein Versprechen einlöst: Wenn R/3 auf der AS/400 verfügbar ist, sollen die Anwender der Steeb- und CAS-Systeme ohne Migrationskosten auf die neuen Produkte umsteigen können, wobei die einmal gezahlten Lizenzgebühren auf die R/3-Preise angerechnet werden.

Daneben will Polzer seiner Klientel jedoch auch andere Migrationspfade offen halten. Dabei denkt er beispielsweise an die IBM-Schiene in Richtung CIM/400.

Die kaufmännischen Steeb- und CAS-Applikationen werden weiterhin von Steeb-CAS vertrieben und, so verspricht Helmut Steeb als Vorsitzender der Geschäftsführung, noch fünf Jahre lang gepflegt. Auch die Integration der SC/400-Komponenten - einschließlich des PPS-Systems - mache Fortschritte. Gleichwohl räumt Steeb ein, daß das nächste Release der vorhandenen Anwendungssysteme wohl das letzte sein werde.