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22.11.1996 - 

IBM-Manager: "Unix ist ein sterbendes Betriebssystem"

AS/400 und RS/6000 werden nicht verschmolzen

22.11.1996

Jim Kelly, IBMs Programmdirektor für AS/400-Applikationen, und Glenn Van Benschoten, verantwortlicher Systeme-Manager für die Midrange-Computer in Big Blues AS/400-Zentrale in Rochester, äußerten sich übereinstimmend zu den Unvereinbarkeiten zwischen den beiden Produktlinien.

Kelly bestätigte zwar, daß die Hardware der RS/6000- und AS/400-Rechnerarchitekturen zu 80 Prozent deckungsgleich sind. Die auf den beiden Maschinentypen eingesetzten Betriebssysteme AIX und OS/400 stellten aber unter anderem ganz unterschiedliche I/O-Anforderungen. Zwar griffen beide Betriebssysteme auf die gleichen Prozessoren sowie gleiche Arbeits- und Massenspeicher zu. Die eingesetzten Koprozessoren jedoch seien funktional völlig unterschiedlich. AIX sei auf stark zentralistisch operierende CPUs zugeschnitten. Man könne dieses Design etwa mit dem von PCs vergleichen. In solch einem Entwurf käme I/O-Adaptern nur eine geringe Bedeutung zu.

Das Konzept der AS/400-Architektur hingegen sieht vor, daß deren zentrale Prozessoreinheit in hohem Maße Aufgaben an Koprozessoren delegieren kann.

Van Benschoten bestätigte allerdings, daß die IBM für einen ihrer Kunden, dessen Namen er nicht nannte, ein AS/400-System hergestellt hat, bei dem AIX und OS/400 in ein und derselben Maschine kooperieren. Big Blues Unix-Derivat läuft dabei auf einer Power-PC-Prozessorkarte. Der Rechnermischling verhalte sich, zitiert der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" den IBM-Manager, "wie eine RS/6000, die in einer AS/400 steckt". Es gebe allerdings keine Pläne, beeilte sich Van Benschoten zu sagen, solch einen Hybridrechner generell verfügbar zu machen.

Kelly fügte hinzu, die beiden Systemlinien zu verschmelzen mache schon deshalb keinen Sinn, weil die RS/6000 im Gegensatz zur AS/400 für technikorientierte Anwender gedacht sei. Dies sei insbesondere bezüglich des Betriebssystems von Bedeutung. In diesem Zusammenhang müsse man konstatieren, daß Unix ein sterbendes Betriebssystem sei. "Meiner Meinung nach hat es nie die Erwartungen und Versprechen erfüllt." Alle Versuche, Unix für den kommerziellen Einsatz umzustricken, seien zum Scheitern verurteilt. Man könne schließlich aus einer "Ente keinen Kanarienvogel machen - die wird nie singen".