Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


02.03.1990

AS1402: Vorsicht, Bundling-Falle!

Mit Blick auf den "mündigen" Anwender will Hans-Dieter Wiedig, Vorsitzender des Bereichsvorstandes Daten- und Informationstechnik der Siemens AG, den "Open Systems"-Flügel in der Siemens-Nixdorf-Verbindung stark machen: "Es ist anormal, wenn ein Kunde mit einer Entscheidung für ein System mehr oder weniger für den Rest seines Lebens daran gebunden ist - eine anormale Situation, die zu Ende geht." Die Spielregeln änderten sich fundamental, so Wiedig in einem CW-Interview (Ausgabe Nr. 8). Daß sich für die NIPs (Nicht-IBM-Produzenten) die Frage "Unix oder proprietär?" gar nicht mehr stellt: Wer wollte das leugnen? Es wird aus zum Teil leidvoller Erfahrung abgeleitet, daß Park-Positionen, die durch Hersteller eigene Architekturen gekennzeichnet sind, in den 90er Jahren nicht gehalten werden können.

Diese Voraussetzung jeglicher "Open Systems". Politik gilt ohne Wenn und Aber - für die Nicht-IBM-Anwender, nicht für die IBM. Oder sollte sich diesbezüglich auch für den Mainframe-Monopolisten einiges geändert haben? Wie ist das RISC-AIX-Announcement zu beweisend Macht es sich Bernhard Dorn zu leicht, wenn er von einer ganz normalen Ankündigung, von einer "Ergänzung" zur (proprietären) IBM-Systemwelt spricht? Diktiert Big Blue noch das Gesetz des Handelns? Die Nichtbehandlung der Positionierung der RISC-Maschine, etwa gegenüber der AS/400, führt zu der Annahme, daß die IBM selbst das Problem herunterspielen will.

Dazu ist relevant, daß bei öffentlichen Ausschreibungen, hierzulande wie überall auf der Welt, ohne Unix so gut wie nichts mehr läuft - in diesem Punkt sind die Behörden-Datenverarbeiter ganz eigen. Schon dadurch wird den einschlägigen Anbietern ein ansehnlicher Unix-Anteil gleichsam garantiert: Branchenkenner sprechen von 25 Prozent des DV-Gesamtmarktes - zuviel, als daß Big Blue dieses Feld unbeackert lassen könnte.

Wer will es andererseits der IBM verdanken, daß sie von "Mündigkeit", wenn es nämlich um das Mögliche und das Machbare im "Business Systems"-Markt geht, weit weniger altruistische Vorstellungen entwickelt. Die AS/400 ist das Gegenteil von offen, womit nichts gegen die "Easy to use"-Eigenschaften der Schrägstrichmaschine gesagt sein soll. Doch die IBM empfiehlt hier ein System, über das die Software-Bundling-Praktik, zu Zeiten der 1401 und der /360 als Lock-in-Methode "bewährt", mit Technik-Argumenten (eingebaute Datenbank) wieder eingeführt werden soll. Rückfall in die 60er Jahre? Man kann es durchaus so sehen. Software-Entscheidungen, die mit der Umstellung auf die AS/400 anstehen, legen Entwicklungsziele für die nächsten zehn, ja vielleicht 20 Jahre fest. Mündigkeit bekommt vor diesem Hintergrund ein ganz anderes Gewicht.