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15.03.2005

Ascential stärkt IBMs Integrationsgeschäft

Big Blue übernimmt den Spezialisten für Dateninte- gration und gewinnt internationale Kunden hinzu.

Für 1,1 Milliarden Dollar in bar will IBM seinen langjährigen Partner Ascential Software übernehmen. Dieser entwickelt ETL-Software zur Bewirtschaftung von Data Warehouses (ETL = Extraktion, Transformation und Laden von Daten) sowie zur Datenbewegung zwischen Anwendungen. Ascential setzte 2004 insgesamt 272 Millionen Dollar um und ist mit rund 3000 Kunden einer der größten Anbieter von Datenintegrationstechnik.

IBM will mehr vom Wachstumsmarkt

Die Analysten von IDC prophezeien diesem Markt ein Wachstum von 9,3 Milliarden Dollar im Jahr 2003 auf 13,6 Milliarden Dollar 2008. Unternehmen interessieren sich für diese Produkte, weil sich mit ihnen konsistente und akkurate Daten über Kunden und Produkte schaffen lassen und wachsende Datenvolumina besser bewältigt werden können.

Big Blue selbst bietet in erster Linie das Produkt "Warehouse Manager", das über integrierte, an die hauseigene Datenbank "DB2" angepasste ETL-Funktionen verfügt, und die Produktlinie "DB2 Information Integrator", die vor allem dem reinen Zugriff auf heterogene Datenquellen dient. Mit Ascential und dessen Wettbewerber Informatica arbeitete IBM bislang eng zusammen.

Die Ascential-Technik soll in erster Linie komplexe ETL-Prozesse zwischen beliebigen Datenbanken, die Bewegung großer Datenmengen zwischen Anwendungen sowie die physische Verwaltung der Daten gestatten.

Zudem verschafft sich IBM durch die Übernahme Features zur Bearbeitung und Verbesserung der Datenqualität, die Ascential seinerseits vor drei Jahren zugekauft hatte. Analysten und Marktbeobachter sehen daher insgesamt eine geringe Überschneidung im Portfolio beider Anbieter. Diese ergeben sich fast nur aus Funktionen, die vom Integrationsspezialisten Mercator stammen, den Ascential im Jahr 2003 erwarb.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre soll Ascential mit seinen rund 1000 Angestellten einen Geschäftsbereich innerhalb der IBM-Sparte "DB2 Information Management" bilden, die Janet Perna als General Manager leitet. Ascentials Produkte sollen weiter über die Vertriebskanäle und Partner beider Unternehmen angeboten werden. Zugleich kann IBM hoffen, künftig auch bei der interessanten Klientel von Ascential stärker Fuß zu fassen.

100 deutsche Großkunden

So betreut der Datenintegrationsspezialist allein im deutschsprachigen Raum rund 100 Großkunden, darunter Aspecta, Deutsche Bahn, Bremer Stahlwerke, Credit Suisse, DHL, Gerling, HUK Coburg, Lufthansa Technik + Logistik, Münchener Rück, Reemtsma/Imperial Tobacco und die Deutsche Telekom.

In ersten Reaktionen begrüßten Marktbeobachter die einundzwanzigste Übernahme IBMs in den letzten vier Jahren. Nach Ansicht der Analysten von Ovum war der Deal aufgrund der gemeinsamen Historie und der Produkte längst überfällig und habe sich nur verzögert, weil der Übernahmekandidat einen besseren Preis herausholen wollte.

Für Ascential-Kunden, so der Kommentar von AMR Research, sei der Verkauf eine sehr gute Nachricht, da sie künftig beim Thema Datenintegration ein umfassenderes Portfolio und mehr Support erwarten könnten. Beim Wettbewerber Informatica ist die Stimmung hingegen durchwachsen. So hieß es aus Unternehmenskreisen, dass die Zusammenarbeit mit IBM angesichts von rund 300 gemeinsamen Kunden fortgesetzt werden soll. Zugleich werde man sich dem Markt künftig als größter unabhängig gebliebener Anbieter von Datenintegrationstechnik empfehlen. (as)