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08.10.2004 - 

Weitere Konzernbereiche stehen zum Verkauf

Ascom schafft den Turnaround

MÜNCHEN (CW) - Der Schweizer TK-Ausrüster Ascom scheint sich gefangen zu haben. Im ersten Halbjahr 2004 weist das Unternehmen nach drei Jahren empfindlicher Verluste erstmals wieder einen Nettogewinn aus. Trotzdem wollen sich die Eidgenossen von weiteren Aktivitäten trennen - darunter dem Konzernbereich Business Communications.

Im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE wollte der seit 1. Juni amtierende CEO Rudolf Hadorn das in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte Ergebnis nach Steuern von 22 Millionen Schweizer Franken nicht als "Eintagsfliege" bewerten. Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen sei vielmehr das Resultat eines mühsamen Lernprozesses und einer tief greifenden Restrukturierung gewesen. Jetzt aber habe man den "Turnaround erfolgreich gestemmt" und sei dabei, eine neue Wachstumsphase einzuläuten. Die Auftragslage sei wieder gut; die Rendite der Company müsse sich allerdings noch verbessern, hieß es.

Den Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten die Eidgenossen noch mit einem Nettoverlust von 57 Millionen Schweizer Franken abgeschlossen. Der Umsatz blieb in den bisherigen vier Kernbereichen Wireless und Security Solutions, Transport Revenue sowie Network Integration mit insgesamt 485 Millionen Euro stabil. In den letzten vier Jahren musste Ascom aber einen spürbaren Aderlass bei den Einnahmen hinnehmen, die sich beispielsweise im ersten Halbjahr 2002 noch auf knapp 1,1 Milliarden Schweizer Franken belaufen hatten. Der Umsatzschwund resultiert(e) zum einen aus der Branchenkrise im TK-Markt, zum anderen aus gezielten Deinvestitionen. So hat man sich kontinuierlich von Verlustbringern getrennt - etwa den Sparten TK-Endgeräte und Mailing-Systeme. Die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich von 10 000 auf 3500.

Fokus auf WLAN-Lösungen

Konzernchef Hadorn, der zuvor schon als Finanzvorstand maßgeblichen Einfluss auf die Restrukturierung des Unternehmens hatte, will Ascom jetzt noch stärker als "Mission-critical-Communications"-Company positionieren. Zu diesem Zweck strebe man eine Fokussierung auf die beiden Konzernbereiche Wireless und Security Solutions an, die zuletzt zusammen rund 45 Prozent zum Umsatz beitrugen. Hier bietet Ascom unter anderem WLAN-Lösungen für Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen an. Auch das Geschäft mit Analyse-Software für Mobilfunkbetreiber wolle man behalten. Für die beiden Geschäftsfelder Transport Revenue und Business Communications (hier installieren die Eidgenossen als Systemintegrator Firmennetze mit Equipment von Anbietern wie Cisco und Nortel) suche man einen Investor. Die betreffenden Business Units seien finanziell wieder gesund, betonte Hadorn. Als weitgehend auf Zentraleuropa ausgerichteter Supplier könne man jedoch nicht aus eigener Kraft die vier momentanen Kerngeschäftsfelder für die nötige globale Expansion finanziell ausstatten. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit wolle man sich nicht neu verschulden. (gh)