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26.05.2000 - 

Neues E-Business-Schlagwort: "Demand Chain"

Asera E-Service optimiert Vertriebskanäle via Web

MÜNCHEN (fn) - Das amerikanische Unternehmen Asera bietet mit "Asera E-Service" gegen Mietgebühr eine Dienstleistung an, mit den Firmen ihre Vertriebsprozesse über das Internet automatisieren beziehungsweise beschleunigen können. Dabei wirbt der Anbieter geschickt mit dem E-Business-Begriff "Demand Chain".

Während die Supply Chain die Geschäftsprozesse zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten beschreibt, umfasst die Demand Chain alle direkten oder indirekten Business-Vorgänge mit Kunden. Dies schließt die Kommunikation mit Geschäftskunden, Value Added Resellers, Fachhändlern sowie Internet-Marktplätze ein.

"Asera E-Service" ist ein Dienstleistungspaket, das Firmen gegen eine monatliche Gebühr in Anspruch nehmen. Der Service basiert auf Aseras "Commerce Server", einer Server-Software, die aus Modulen für Online-Marketing und -Vertrieb, Service und Support, Order-Management sowie Funktionen zum Einrichten von Communities besteht. Letztere lasen sich etwa dazu verwenden, Message Boards aufzubauen sowie die Vertriebspartner mit Industrie-News zu versorgen. Über Personalisierungsfunktionen lässt sich das Erscheinungsbild der vom Commerce Server erzeugten Web-Seiten an die Bedürfnisse der Endkunden beziehungsweise der jeweiligen Vertriebspartner anpassen.

Softwareadapter auf Basis der Extensible Markup Language (XML) sorgen für die Anbindung an das Backend der Asera-Abonnenten an den Commerce Server. Nach Angaben des Herstellers schaffen diese Adapter beispielsweise eine Verbindung zu bestehender ERP-Software, Großrechnerprogrammen und -Datenbanken, Front-Office-Lösungen sowie Electronic-Data-Interchange-(EDI-)Systemen, wobei diese Umgebungen übers Netz mit dem Rechenzentrum verbunden werden, in dem Asera E-Service läuft.

Neben der monatlichen Miete, deren Höhe vom Umsatz des Kunden abhängt, erhebt Asera einmalig Gebühr für das Einrichten der Verknüpfung der IT-Umgebung des Anwenderunternehmens mit dem Commerce Server. Hierbei kooperiert Asera, das seit zwei Wochen auch in München eine Niederlassung unterhält, mit dem Berliner Systemhaus Aperto sowie mit den Beratungsunternehmen Cap Gemini und MC Kinsey & Co, Andersen Consulting und CSC.

Entstanden ist Aseras Commerce Server aus dem Vertriebssystem von Cisco Systems. Der Netzwerkhersteller wickelt seine Sales-Aktivitäten mit Großkunden, Distributoren sowie Value Added Resellers weitgehend über das Internet ab. Dieses Konzept haben die Gründer von Asera adaptiert. Als einzige Konkurrenten in diesem Segment betrachtet Europa-Präsident Gene Greiner Eigenentwicklungen bei Firmen. Andere bekannte Größen aus dem B-to-B-Umfeld, etwa Commerce One und Ariba, würden sich auf das elektronische Bestellwesen (E-Procurement) konzentrieren (Buy-Side), während Aseras Dienstleistung ausschließlich auf die Vertriebsseite (Sell-Side) abzielt. Zu Aseras Kunden zählen beispielsweise Novell, Baxter Healthcare sowie BP Amoco.

Asera möchte als Demand-Chain-Company verstanden werden, laut Greiner will sich das Unternehmen den Begriff sogar schützen lassen. Doch andere Softwareanbieter dürften sich dieses lukrative Geschäft kaum entgehen lassen. So hat erst kürzlich der ebenfalls in den USA ansässige Softwarehersteller Haht speziell für die Sell-Side das Programm "Sellside Links" beziehungsweise den Mietservice "Sellside Exchange" vorgestellt.

Abb: Für die Vertriebsseite des B-to-B-Commerce gibt es laut Asera zurzeit fast nur Eigenentwicklungen. Quelle: Asera