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10.05.1991 - 

Entscheidung vom Dezember 1990 widerrufen

Ashton-Tate bekommt das Copyright für Dbase zurück

LOS ANGELES (gs) - Vier Monate nach seinem aufsehenerregenden Spruch, der Ashton-Tate das Copyright auf den Bestseller Dbase absprach (siehe CW Nummer 4 vom 25. Januar 1991, Seite 1), hat Richter Terence Hatter jr. jetzt überraschend seine Entscheidung widerrufen.

Hatters Rückzieher macht den Weg frei für den Prozeß, den das kalifornische Softwarehaus bereits im November 1988 gegen einen seinen schärfsten Konkurrenten, Fox Software, angestrengt hatte. Der Vorwurf: Fox habe mit seinen PC-Datenbanken Foxbase und Foxpro Konzept, Aussehen, Verhalten und Programmiersprache des Ashton-Tate-Produkts kopiert.

Die Klage hatte weit über die Dbase-Gemeinde hinaus für erhebliche Unruhe gesorgt, weil mit ihr zum ersten Mal das Copyright auf eine Programmiersprache erhoben wurde. Zudem hatte Ashton-Tates damaliger CEO Ed Esber klar zum Ausdruck gebracht, daß früher oder später alle anderen Anbieter-Dbase-kompatibler Produkte ebenfalls mit Klagen zu rechnen hätten.

Branchenbeobachter werteten sein Vorgehen überwiegend als einen Versuch, Ashton-Tates Marktposition zu retten, die als Folge einer jahrelang vernachlässigten Produktentwicklung stark gelitten hatte. Esbers Nachfolger Bill Lyons indes scheint mehr an Kooperation als an Konfrontation zu liegen. In einer ersten Reaktion auf die frohe Botschaft erklärte Unternehmenssprecherin Linda Duttenhaver denn auch, Ashton-Tate hoffe, für den Streit mit Fox jetzt eine geschäftliche Lösung zu finden, beispielsweise in Form eines Lizenzabkommens.

Fox-CEO David Fulton, über die neuerliche Wendung der Dinge natürlich alles andere als glücklich, wies diesen Vorschlag weit von sich: In den Produkten der beiden Firmen seien keine zwei Zeilen gleich, und er sehe deshalb auch keine Veranlassung, irgendwelche Lizenzgebühren zu bezahlen. Mit seiner ursprünglichen Entscheidung vom Dezember 1990 hatte Richter Hatter den Prozeß mit der Begründung gestoppt, Ashton-Tate habe das US-Copyrightbüro (bei dem Urheberrechtsansprüche angemeldet werden müssen) wiederholt und wissentlich getäuscht, indem der Dbase-Hersteller verschwiegen habe, daß sein Produkt von einem Public-Domain-Programm abstammt, das in den staatlichen Jet Propulsion Laboratories in Pasadena entwickelt wurde.

Hatter erklärte deshalb das damals gewährte Copyright für ungültig. Dieser Entscheidung widersprach allerdings bald darauf das Copyrightbüro selbst, indem es erklärte, daß Ashton-Tates Anmeldung ordnungsgemäß erfolgt sei.