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16.11.1990 - 

Trotz Gegenwehr eines Großaktionärs

ASK Computer Systems ist jetzt der Eigentümer von Ingres

MOUNTAIN VIEW/FRANKFURT (CW) - Planmäßig ist Mitte Oktober die Übernahme der Ingres Corp. durch die ASK Computer Systems Inc., Mountain View, über die Bühne gegangen. Allerdings hatte ein Großaktionär von ASK bis zuletzt versucht, die Transaktion zu verhindern.

Gemäß der Übernahmemodalitäten die bereits seit Mitte September feststanden (siehe auch CW Nr. 38 vom 21. September 1991, Seite 1), erwarb ASK den amerikanischen Datenbankhersteller jetzt zu 94 Prozent. Um den Deal zumindest teilweise aus eigenen Mitteln finanzieren zu können, erhöhte die kalifornische Softwareschmiede ihr Aktienkapital und verkaufte die neuen Wertpapiere an Hewlett-Packard und die Electronic Data Systems Corp. (EDS). Dadurch hält die General-Motors-Tochter nunmehr 19,7 Prozent des Aktienkapitals von ASK und ist jetzt auch im Board of Directors des Softwareherstellers vertreten, das um einen Sitz erweitert wurde. HP wiederum ist nun zu zehn Prozent an ASK beteiligt.

Dieser Schachzug brachte den Softwerkern rund 60 Millionen Dollar in bar ein. Den Restbetrag - insgesamt kostete die Ingres-Übernahme gut 140 Millionen Dollar - besorgte sich das Unternehmen über einen Kredit bei seiner Hausbank , The Chase Manhattan Bank NA.

Knapp 200 der derzeit 1300 Ingres-Mitarbeiter werden sich allerdings bald einen neuen Job suchen müssen, denn kaum war die Transaktion abgeschlossen, kündigte ASK an , die Belegschaft des Datenbankanbieters um rund 15 Prozent kürzen zu wollen. Im eigenen Unternehmen plane man ebenfalls, eine geringfügige Zahl von Mitarbeitern zu entlassen. Zudem soll nach Auskunft von Peter West, Vice-President of Business Development bei ASK, die gesamte Organisation in fünf eigenständige Unternehmenseinheiten aufgeteilt werden.

Problemlos verlief der Ingres-Kauf für ASK indes nicht . Bei einem der größten Aktionäre des kalifornischen Softwareherstellers war die Entscheidung, EDS und HP am ASK-Akteinkapital zu beteiligen, auf heftigen Widerstand gestoßen : James T. Lennane, so schreibt die amerikanische "Computerworld", hatte behauptet, daß dies zu einer Wertminderung der ASK-Aktien führe, was wiederum zu Lasten aller Anteilseigner ginge.

So beantragte er für die Aktionärshauptversammlung Neuwahlen des Board of Directors und stellte sich gleich selbst als Kandidat auf. Seine Wahl versuchte er, den anderen Aktionären damit schmackhaft , zu machen, daß sie mit ihm einen Direktor bekämen, der nicht zu allen Management-Entscheidung "ja und amen" sagen würde. Lennane scheiterte jedoch mit seinen Plänen.