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21.07.2000 - 

Kolumne

ASP à la Microsoft

Christoph Witte Chefredakteur CW

So paradox es klingt: Wenn Microsoft seine Ankündigung wahr macht und tatsächlich Office, Windows 2000 und SQL Server über Application-Service-Provider vermietet, könnte das den Durchbruch für derartige Services bedeuten (siehe Seite 1). Bisher gebricht es den ASPs schließlich an massenmarkttauglichen Applikationen. Außerdem dürften die attraktiven Konditionen, die Gates seinen Geschäftspartnern in puncto Marketing, Support und Finanzierung anbietet, einen Sog in Richtung Microsoft-Produkte erzeugen.

Allerdings scheint Microsoft das ASP-Modell zumindest in dieser Initiative recht eigenwillig zu definieren: Der Mieter der Software lädt die Programme auf seinen PC oder Server herunter und zahlt eine monatliche Gebühr, die beispielsweise ein Online-Update beinhaltet - ganz ähnlich dem Service, den einige Virenbekämpfer heute schon anbieten. Thin-Client-Ansätze, die es in der Microsoft-Welt mit dem Windows Terminal Server ebenfalls gibt, spielen in dem jetzigen Vorstoß offenbar keine Rolle.

Für Microsoft bedeutet der Einstieg ins ASP-Geschäft ein Stück Unabhängigkeit von den Lizenzeinnahmen und von seinen bisherigen Hardwarepartnern, die sich immer unwilliger von dem Softwaregiganten an die Kandare nehmen lassen und seine Software auf ihren Rechnern vorinstallieren. Außerdem würde ein florierendes Mietgeschäft kontinuierliche Einnahmen bringen. Anders als heute zahlt ein Anwender nicht nur einmal für Software, die er weit über die Update- und Abschreibungszyklen hinaus nutzt, sondern jeden Monat.

Ob sich auch für Anwender aus diesem Geschäftsmodell Vorteile ergeben, hängt von verschiedenen Faktoren ab - unter anderem vom Preis über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts beim Nutzer. Eine Preisgestaltung, die sich gegenüber dem Softwarekauf nur bei regelmäßigen Updates rechnet, bringt dem Anwender außer regelmäßigem Ärger erst einmal wenig. Ihm dürften ständige Unruhe durch Rollouts und Schulungen auf neue Produkte eher ein Dorn im Auge sein. Wenn aber auch in Microsofts ASP-Verträgen Integrations- und Wartungsleistungen enthalten sind, kommt dieses Verfahren vielleicht als Alternative zum Softwarekauf in Frage.

Kommentare zu dieser Kolumne bitte an cwitte@computerwoche.de.