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Die CPU als Quantité négligeable

Assembler bleibt Mikro-Sprache

05.09.1975

MÜNCHEN - "Wer Software für einen Mikroprozessor schreiben will, muß ein verzierter Assembler-Programmierer sein. Er muß sich mit Befehlsablaufzeiten, Treibern und Interrupts auseinandersetzen und sieht sich laufend mit Hardwareschnittstellen konfrontiert, die so weit als möglich vereinfacht werden müssen." So sieht der technische Leiter der Software-Firma SPE, Horst Zerling, die Lage.

Die zweieinhalb Jahre alte Fünf-Mann-Firma mit dem zungenbrecherischen Namen "Software Systeme Programme Entwicklung in der EDV GmbH & Co Prozeß-rechner KG" (SPE) in Inning am Ammersee hat jetzt eine Vereinbarung mit der National Semiconductor GmbH (Fürstenfeldbruck) getroffen: sie soll die Anwender von NS-Microprozessoren mit Software und Schulung versorgen.

DOS auf Diskette

Microprozessoren sind bis zur One-Chip-CPU verkleinerte Zentraleinheiten, die jedoch mit Hauptspeichern bis zu 64 K-Worte a 16 Bit aufgerüstet werden können. Durch Anschluß eines Floppy-Doppel-Laufwerkes kann die Speicherkapazität auf fünf Millionen Bits erhöht werden. Dabei wird dann beispielsweise auf einer Diskette das DOS von National Semiconductor (einschließlich Assembler, Editor, Supervisor und Ultilities) untergebracht.

1 K fürs Betriebssystem

Das ab September für 9300 Mark lieferbare Betriebssystem Executive für die NS-Microprozessoren IMP 16 und PACE belegt dagegen nur 1 K-Worte a 16 Bit. Seine Funktionen: Multiprogramming mit bis zu 14 simultan lauffähigen Programmen, Simultanarbeit von 16 Geräten (Peripherie und/oder Meßgeräte bei Prozeßrechner-Anwendungen) automatischer Systemanlauf, Interruptanalyse sowie I-0- und Koordinierungsroutinen. Ein modularer Ausbau des Executive bis auf 3,5 K Umfang ist geplant.

Abgemagerte Sprache

Zwar bietet NS jetzt unter der Bezeichnung PL/M Plus ein abgemagertes PL/1 als höhere Programmiersprache für Microprozessoren an (Preis rund 2500 Mark; Hauptspeicherbedarf 8 K), Zerlich von SPE glaubt jedoch nicht, daß in nächster Zeit in größerem Umfang höhere Programmiersprachen wie etwa Pearl für Prozeßrechneranwendungen auf Micros implementiert werden:

"Eine solche Implementierung dauert mindestens zwei Jahre - in dieser Zeit entwickeln sich die Microprozessoren beim heutigen Tempo aber so viel weiter, daß man dann wieder von vorn anfangen muß."

Zerlich, der das Betriebssystem für die auf einem Microprozessor basierende MDT-Anlage ISE von Sammetinger (Würzburg) entwickelte, sieht die Zukunft für die Microprozessoren nicht nur beim Bau von Büromaschinen und "Automaten" aller Art sondern auch bei der Prozeßautomatisierung als Ersatz für Minicomputer: "Mehrere Mikroprozessoren können zu einem größeren Prozeßrechner zusammengeschlossen werden."

Je mehr umfangreiche Logik-Schaltungen durch Mikroprozessoren ersetzt werden, desto gewichtiger wird das Programmieren.

Hardware ist im Mikro-Bereich schon heute kein entscheidender Faktor mehr: eine One-Chip-CPU gibt's je nach Stückzahl zu Preisen zwischen 768 und etwa 300 Mark. Für nächstes Jahr erwarten die Insider One-Chip-Prozessoren in der Preislage zwischen 50 und 100 Mark ...