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Assemblieren oder nicht?

14.06.2006
Intel will Notebook-Komponenten standardisieren und damit den Assemblierern unter die Arme greifen. Lohnt sich das für kleine Händler und Systemhäuser? ComputerPartner fragte nach.

Von Beate Wöhe

Lohnt es sich für den Fachhandel, noch selbst zu assemblieren? Intel meint: Ja. Deswegen hat der Chiphersteller für Mitte Juni 2006 den Start seiner "Intel-Interchangeability-Initiative" angekündigt (siehe ComputerPartner 20/06, Seite 16). Aus den sieben standardisierten Komponenten Barebone, Laufwerk, Tastatur, Panel, Akku-Pack, Netzteil und Festplatte lassen sich elf unterschiedliche Notebooks bauen. ComputerPartner befragte Distributoren und Hersteller, die das Thema durchaus kritisch bewerten. Hier einige Statements:

3 "Bei einem sich verschärfenden Wettbewerb besteht die Kunst in der sinnvollen Differenzierung, die entweder über den Preis oder über die Inhalte erfolgt. Ein denkbarer Ansatz ist hier sicherlich die Assemblierung von Notebooks." (Alexander Maier, Senior Manager Mobility bei der Ingram Micro Distribution GmbH)

3 "Im Hinblick auf das wachsende Bedürfnis nach fertigen Plug& Play-Systemen mag die Konfiguration vor Ort (auch IKEA-Prinzip genannt) sinnvoll erscheinen. Aber wie soll der Fachhändler in der Breite mit möglichen Reklamationen und Garantiefällen umgehen? Meines Erachtens ist es besser, erprobte und zertifizierte fertige Systeme miteinander zu kombinieren und die in der Regel guten Serviceangebote der A-Brand-Hersteller zu nutzen. Die bisherigen ‚Schrauber‘ werden sich aber weiter speziali- sieren und könnten zum Beispiel als verlängerter Arm des Herstellers in dessen Auftrag zertifizie- rte Serviceleistungen und Repa- raturen für Endkunden über- nehmen." (Michaela Pesek, Senior Business Manager für Acer PC-Systeme bei Tech Data)

3 "Wir stehen diesem Ansatz kritisch gegenüber und glauben nicht an einen durchschlagenden Erfolg. Intel versucht hiermit, Produkte noch stärker zu standardisieren und somit den Fachhandel und die Kunden um die Vorteile der Produktdifferenzierung zu bringen. Niedrigste Preispunkte und sinkende Margen werden die Folge sein. Dies kann nicht im Sinn des Fachhandels sein." (Thomas Kissel-Müller, Head of Strategic Business Development, Toshiba Europe GmbH Computersysteme Deutschland/Österreich)

3 "Grundsätzlich halten wir das für eine gute Idee, haben aber auch Bedenken, was die praktische Umsetzung angeht. Die Intel-Distributoren müssen gute Barebone-Preise anbieten. Probleme sehen wir hier in der Verfügbarkeit der Ersatzteile, also in den tatsächlichen Kosten des Services, die ja der Händler zu tragen hat, und der Abwicklung der Servicedienstleistung. Die Distributoren werden Probleme mit zweckmäßigen Forecasts haben, sodass der einzelne Fachhändler unter Umständen nicht oder nicht fristgerecht beliefert werden kann." (Zili Zhao, Produktmanager Notebooks bei der Wortmann AG)

3 "Nach unserer Auffassung wird sich die Initiative nicht durchsetzen. Kunden legen Wert auf qualitativ hochwertige Produkte und einen entsprechenden Service. Darüber hinaus ist der Preisunterschied zwischen assemblierten Notebooks und A-Brand-Geräten sehr gering, sodass sich Kunden für bekannte Marken entscheiden werden." (Wilfried Thom, Geschäftsführer Mobile Computing bei der Acer Computer GmbH)

3 "Für spezialisierte Fachhändler ist das Thema interessant. Durch individuellen Service und maßgeschneiderte Konfigurationen können sich diese Händler vom Massenmarkt absetzen. Das A-Brand-Pricing wird eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Modells spielen." (Matthias Jablonski, Bereichsleiter PC/Server bei Actebis Peacock)

3 "Es wird durch diese Initiative nicht mehr ‚Schrauber‘ geben. Sehr viele Kunden möchten nach wie vor All-in-One-Lösungen. Ein Trend in diese Richtung ist aufgrund der Komplexität der Systeme und des benötigten fundierten technischen Know-hows nicht kurzfristig abzusehen." (Sascha Vorderstemann, Produkt-Manager Asus und HP bei der COS AG)