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10.01.1992

AST - Kampf um Marktanteile

Im harten Verdrängungswettbewerb der PC-Hersteller legt AST weiter zu. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz auf 197 Millionen Dollar (nach 136 Millionen Dollar im Vorjahr). Der Nettogewinn kletterte von 11,4 auf 16,4 Millionen Dollar. Je Aktie ergibt dies einen Gewinn von 52 Cents. Bereinigt man die Aktienzahl um den 2:1 Aktiensplit vom 31. Januar 1991 errechnet sich ein 40prozentiger Gewinnanstieg. Der erfreulichen Entwicklung des operativen Geschäfts steht eine Halbierung des Aktienkurses gegenüber. Nach Kursen von deutlich über 30 Dollar noch Mitte Oktober, hat sich die Notiz halbiert.

Mit ursächlich für die schwache Verfassung des Aktienkurses könnten Steuerverkäufe zum Jahresende gewesen sein. Da AST im US-Freiverkehr (over the counter) gehandelt wird, dürfte der Anteil der nicht institutionellen Investoren vergleichsweise hoch sein. Die Neigung, steuerliche Verluste gegen entstandene Gewinne zu verrechnen und deshalb das AST Engagement aufzulösen, könnten zu der niedrigen Notiz beigetragen haben.

Auf Anfrage teilte uns das Unternehmen mit, daß die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres die Erwartungen der Analysten rechtfertigen werde. Das Unternehmen geht davon aus, daß im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 1992 der Umsatz auf eine knappe Milliarde Dollar klettern wird. Mit 2,5 Dollar Gewinn je Aktie wird gerechnet. Damit würde AST mit weniger als dem siebenfachen erwarteten Gewinn des gelaufenen Geschäftsjahres an der Börse bewertet werden. Auch die bilanzielle Seite sieht vernünftig aus. Das Unternehmen hat so gut wie keine langfristigen Verbindlichkeiten. Der Buchwert je Aktie liegt bei zirka elf Dollar.

Die relative Preiswürdigkeit des Aktienkurses läßt nur zwei Prognosen zu: Entweder die Umsatz- und Gewinnerwartung des Unternehmens lassen sich verwirklichen und der Kurs klettert in den Bereich Kurs-Gewinn-Verhältnis 10:12, oder die gesteckten Gewinnziele erweisen sich im harten Wettbewerb als nicht erreichbar.

Auf diese beiden Möglichkeiten angesprochen, gab die Investmentbank Goldman Sachs, New York, welche AST als Langfristinvestment beobachtet, folgende Prognose ab: Der Gewinn des laufenden Quartals wird am unteren Ende der Erwartungen liegen. Nicht 60 sondern 40 Cents werden verdient werden. Die Gewinnenttäuschungen könnten sich 1992 fortsetzen.

Geht man davon aus, daß die Erosion der Margen bei AST erst begonnen hat, dürfte das Ziel im laufenden Geschäftsjahr 2,5 Dollar verdienen zu wollen, wahrscheinlich verfehlt werden. Vor diesem Hintergrund ist es trotz der Kurshalbierung und des Optimismus im Hause AST für Käufe der Aktie noch zu früh.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft

CMW GmbH in München