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17.10.1986 - 

Der PCD-2 von Siemens wird mit fremder Hilf e gefertigt:

AT-Klon und LAN ergänzen Siemens-Palette

MÜNCHEN(ch) - Einen AT-kompatiblen Personal Computer hat nun auch die Siemens AG vorgestellt. Außerdem haben die Münchner ein Bus-Netzwerk entwickelt, das preisgünstiger als bisherige Konzepte angeboten werden soll.

Die bei der PC-Familie von Siemens übliche niedrige Bauweise der Zentraleinheit wurde beibehalten. Die einzelnen Funktionsgruppen - auch die CPU-Karte ist als Steckkarte ausgeführt - sind liegend in zwei Käfigen eingebaut. Aufgrund seiner geringen Abmessungen verfügt der PCD-2, wie der Rechner offiziell heißt, nur über vier lange und einen kurzen AT-Erweiterungssteckplatz sowie zwei kurze XT-Slots. Von den erstgenannten belegen allerdings die CPU und der I/O-Controller bereits zwei Plätze; der Bildschirmcontroller nimmt zusätzlich wahlweise den Steckplatz -der kurzen AT-Erweiterungskarte oder einer XT-Karte ein. Wie aus informierten Kreisen zu erfahren war, handelt es sich bei der CPU-Platine übrigens um ein Tandon-Produkt, die I/O-Karte stammt von NCR. Eine eigene Fertigung soll für spätere Zeiten geplant sein.

Die CPU, ein 80286-Chip, wird softwareselektierbar mit entweder sechs oder acht Megahertz getaktet. Der Bildschirmcontroller beherrscht drei Betriebsarten: Monochrom mit 720 mal 350 Pixels, CGA mit 640 mal 400 Bildpunkten und Hercules mit 720 mal 348 Punkten. Der Bildschirm selbst ist nach bekannter Siemens-Manier schwarzweiß gehalten. Die Bildwechselfrequenz von 70 Hertz vermeidet recht wirkungsvoll Flimmererscheinungen. Im CGA-Mode läßt sich auch Grafik darstellen; Farben werden dabei durch Grauabstufungen wiedergegeben.

Die Systemeinheit enthält ein Floppylaufwerk (von Teac), das sich per Software auf Formate mit 1,2 MB, 720 KB oder 360 KB Kapazität einstellen läßt. Eine Festplatte mit 20 MB, wahlweise auch mit 40, ist ebenfalls eingebaut.

Als Betriebssystem bietet Siemens MS-DOS an. Der Lieferumfang enthält außerdem MS-Windows und GW-Basic. Ein PCD-2 mit 512 KB RAM und 20-MB-Winchester ist für 11 680 Mark zu haben, die 40-MB-Festplatte zu einem Aufpreis von 1300 Mark.

Während Siemens den Lieferbeginn des Rechners bereits in einigen Wochen angesagt hat, soll das PC-Netzwerk ComfoNet N 10, die zweite Neuheit des Elektro-Riesen, erst ab Dezember an den Kunden gebracht werden. Im Februar ist dann die Version N 11 angesagt, die auch Fremdfabrikate miteinander verbindet; lediglich die Einhaltung des "Industriestandards" bleibt Bedingung.

Budget-LAN für 16 Arbeitsplätze

ComfoNet verbindet bis zu 16 Rechner miteinander. Dabei bedient sich das System als Grundlage Microsofts MS-Net 1.0 und des MS-Net-Bios, so daß die Anschlußmöglichkeit aller kompatibler Geräte am Netzwerk und dessen Verträglichkeit zum PC-Netz von IBM gewährleistet sein soll. Spätestens bei Erscheinen der MS-DOS-Versionen 4.xx oder 5.xx will Siemens auch das ComfoNet mit einem "non-dedicated" Server ausstatten. Den Anwendern soll dann auch Electronic Mail zur Verfügung stehen. Zusätzlich lassen sich PCs über das Telefonnetz an das Netzwerk anbinden.

Die Komponenten des Systems sind auf einer Steckkarte untergebracht. Die Hard- und Software kostet zusammen je Arbeitsplatz 1100 Mark; die Ausführung für den Server beläuft sich auf 1750 Mark. Als Verbindungskabel findet kostengüstiges abgeschirmtes Zweidrahtkabel Verwendung, mit dem sich Entfernungen bis maximal 300 Meter überbrücken lassen.