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01.03.1985 - 

Bald Sparringspartner im Unix-Ring?

AT&T-Dollars fließen auch in IBM-Sparschwein

WIESBADEN - Mehr denn je rückt die Politik um das Betriebssystem Unix in den Mittelpunkt des Interesses - mit Spannung erwartet die Fachwelt den Clinch der beiden Kommunikationsgiganten AT&T und IBM. Dazu ein aktueller Kommentar des CW-Schwesterunternehmens IDC aus Wiesbaden in ihrem EDP Deutschland Report.

"IBM kauft AT&T"

- die Schlagzeile entspräche bester Boulevardmanier, nähme man sie wörtlich. Die dahintersteckende Betrachtungsweise enthält aber viel Wahrheit: IDC erwartet, daß IBM in allernächster Zeit Unix System V über ihre gesamte Produktpalette hin ankündigen wird. Damit okkupiert Big Blue einen Möchte-gern-und-werd's-vielleicht-auch-Standard, für den ihr Erzrivale AT&T, in deren Bell Laboratories das Betriebssystem geboren wurde, seit über einem Jahr mit den Worten "consider it standard"

wirbt. Jeder Dollar, den AT&T in die Vermarktung von Unix gesteckt hat, und noch stecken wird, fließt damit zugleich auch in IBMs Sparschwein.

Sicher war und ist es das Ziel der AT&T-Strategie, möglichst viele Hardware- und Software-Hersteller auf dieses Betriebssystem und zwar auf die System V Release, einzuschwören. Der Aufsprung IBMs auf den Unix-Zug jedoch ist für AT&T ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kommt dies sicherlich einer (gewissen) Anerkennung durch den Computermarktführer gleich, es ist eine Referenz an die Adresse Ma Bells. Andererseits aber ist LBM das einzige Unternehmen, das in der Lage wäre, nicht nur auf den Zug aufzuspringen, sondern AT&T die Herrschaft über die Lokomotive abzunehmen. Mit Anerkennung alleine kann man schließlich noch kein Geld verdienen. In dem Moment, in dem LBM sich als globaler Unix-Anbieter präsentieren kann, besteht für Anwender ein gewichtiger Grund weniger, sich nicht mit Big Blue einzulassen.

Aus IBM-Perspektive sieht der jetzige Schritt allerdings noch ein bißchen anders aus. Für Big Blue ist das Thema Unix einfach zu heiß geworden, als daß sie es sich leisten könnte, sich aus diesem Markt herauszuhalten.

Ein Nein aber wurde LBM in eine Abseitsposition drängen, welche mit den Allmachtszielen des Computerriesen überhaupt nicht korreliert. Man muß sehen, daß Unix nicht von AT&T,einfach so als Standard propagiert wird, sondern vielmehr immer weitere Teile des Marktes dieses Operating Systems nachfragen und ihm eine Standardisierungsfunktion zuschreiben.

AT&T hat diesen Trend lediglich ausgenutzt und verstärkt. Auch LBM kann sich dieser Marktentwicklung nicht entziehen. Damit scheint sich abzuzeichnen, daß Unix in der Zukunft der DV-Branche eine Schlüsselrolle spielen wird, zumindest aber eine dominante Rolle.