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24.07.1987 - 

Kommunikationslücke im Anwendungsbereich soll überbrückt werden:

AT&T erweitert Unix um deutsches Supplement

FRANKFURT (CW) - Ergänzungen in der jeweiligen Landessprache zu Unix System V. Version 3.1. kündigte jetzt AT&T für den bundesdeutschen und französischen Markt an. Mit den "Native Language Supplements" (NLS) will der Kommunikationsgigant die Diskrepanz zwischen den verschiedensprachigen Unix-basierten Anwendungspaketen abbauen und eine Standardisierung des Betriebssystems auch über die Landesgrenzen hinweg unterstützen.

Einen Großteil der bestehenden Akzeptanzprobleme von Unix führen die Verantwortlichen bei AT&T darauf zurück, daß das Betriebssystem bislang keinen Support für die europäischen Sprachen bot. So gab es beispielsweise Probleme bei der Darstellung von Datum und Zeit, bei der Umsetzung von Dezimalpunkt beziehungsweise -komma sowie beim Support europäischer Terminals und Drucker. Da die Codesets dem amerikanischen 7-Bit-ASCII-Satz entsprachen, ließen sich diverse Spezialzeichen wie Umlaute oder Akzente nicht darstellen. Schwierigkeiten brachte auch die Tatsache mit sich, daß die Ausgabe von Nachrichten auf dem Bildschirm nur auf Englisch erfolgen konnte.

Diesen Mangel, so AT&T-Marketing-Director Bill Elliott, sollen die für Anwendungsprogrammierer und Verkäufer bestimmten Applikationsumgebungen FAE (französisch) und GAE (deutsch) beheben. Mit Hilfe der Supplements sei es nunmehr möglich, eine Unix-Anwendung unabhängig von Zielgerät und Bestimmungsland zu schreiben. Bei Übertragung der Software in eine andere Sprache werde eine Änderung des Quellcodes für jede landesspezifische Anpassung erforderlich. Die NLS-Module unterstützen die Internationalisierungs-Schnittstellen von X/Open sowie die angekündigte ANSI-Norm für die Programmiersprache "C".

Die französische und deutsche Anwenderumgebung ersetzen und ergänzen AT&T zufolge bestehende Elemente des Standard-Unix-Systems und bieten Support für spezifische französische und deutsche Terminals, Codelisten sowie nationale Besonderheiten. Unterstützt werden beispielsweise europäische 8-Bit-Terminals, Workstations und Teletex-Terminals, ferner Landesvarianten des 7-Bit-ASCII-Satzes für Deutschland und Frankreich.

Als softwaretechnisches Hilfsmittel dient dabei "Streams", eine Komponente von Unix System V, Version 3. Für die Konsolen- und Portkarten des 3B2-Rechners stehen spezielle Terminal-Treiber zur Verfügung. Außerdem gibt es Streams-Module zur Unterstützung der in der Bundesrepublik und Frankreich üblichen Codelisten. Die Module sind auf die jeweiligen Landesvarianten der ISO-Norm abgestimmt.

Vorhandene Applikationen können vom englischen Sprachbereich an europäische Anwendungen angepaßt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Übersetzung von Anwendungssoftware aus der Landessprache ins Englische oder in eine andere Sprache. Ziel ist es nach Aussage von Elliott, dem Benutzer ein umfangreiches Softwareangebot in verschiedenen Sprachen zur Verfügung zu stellen.

Die Laufzeitbibliotheken sind speziell auf die Erfordernisse der französischen und deutschen Sprache abgestimmt. Abgedeckt sind zum Beispiel Sprachumschaltung, Einstellung von Datum und Uhrzeit, numerische und Währungsangaben sowie Zeichenklassifizierung.

Ein System für den Abzug von Zeichenfolgen zur automatischen Entfernung von Character-Sets aus den C-Programmen zur Speicherung in externen Dateien steht zur Verfügung. Mit diesem Compiler-basierten Werkzeug werden Meldungslisten erstellt, die getrennt vom Programm abgelegt sind. Das Feature entspricht der X/Open-Definition für diese Funktion.

Verfügbar sind ferner komplette Übersetzungen der Handbücher für Unix System V, Version 3.0, in Deutsch und Französisch für Programmierer, Endbenutzer und Systemverwalter.