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04.08.1995

AT&T GIS und Unisys die Ausnahmen Hardware-Anbieter legen zum Teil im zweiten Quartal kraeftig zu

MUENCHEN (CW/IDG) - Obwohl einige amerikanische Finanzexperten mit hoeheren Gewinnen pro Aktie gerechnet hatten, koennen sich die Umsatz- und Gewinnzuwaechse der amerikanischen Hardware- und Peripheriehersteller sehen lassen. Die IBM steigerte - bei weiter anhaltender Mainframe-Abhaengigkeit - das Nettoergebnis um 149 Prozent. Dagegen nimmt sich der 17prozentige Gewinnanstieg der Compaq Corp. eher bescheiden aus. Allerdings haben die Texaner ein Umsatzplus von 40 Prozent, Big Blue dagegen nur eine Zunahme von 15 Prozent zu melden.

Die Resultate der Compaq Computer Corp. im zweiten Quartal des laufenden Jahres waren fuer die Boersianer offenbar so ermutigend, dass sie den seit einiger Zeit anhaltenden Abwaertstrend bei High- Tech-Kursen voruebergehend stoppen konnten. Der texanische Hersteller erzielte im Berichtszeitraum mit 3,5 Milliarden Dollar einen um 40 Prozent hoeheren Umsatz als im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Gewinn nahm um 17 Prozent auf 246 Millionen Dollar zu. Der Kurs der Aktie stieg am vergangenen Freitag um 3,65 auf 48,63 Dollar.

Da Compaq weiter Marktanteile erobern will und die Preise niedrig haelt, ist die Bruttomarge im jetzt abgeschlossenen zweiten Quartal von 26,5 Prozent im Vorjahr auf 23,5 Prozent gefallen. Selbst gegenueber dem ersten Quartal 1995 reduzierte sich die Gewinnspanne um ein Prozent.

Obwohl die Texaner die Produktpalette langsamer auf den Pentium- Chip von Intel umstellten als einige Konkurrenten, schlaegt inzwischen in 50 Prozent der abgesetzten Rechner eine solche CPU den Takt. In den ersten drei Monaten waren es erst 27 Prozent gewesen.

Seit dem zweiten Quartal 1994 stieg der Verkauf in Nordamerika um 25 Prozent, in Japan um 94 und in Europa um 60 Prozent. Produktseitig verdoppelte sich der Absatz von High-end-Servern, waehrend das Desktop- und Notebook-Geschaeft im Business-Sektor langsamer zulegte.

In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,46 (im Vorjahr: 4,78) Milliarden Dollar, und der Nettoprofit stieg von 423 Millionen auf 462 Millionen Dollar.

Fuer den Rest des Jahres erwartet President und Chief Executive Officer Eckhard Pfeiffer weitere Zuwaechse: "In der zweiten Jahreshaelfte kann Compaq mit dem staerksten Produktportfolio seiner Geschichte aufwarten. Wir haben das breiteste Angebot an Pentium- Produkten der Industrie."

Nicht ungetruebt duerfte dagegen die Freude der IBM-Manager ueber das gute Abschneiden im zweiten Quartal sein. Obwohl die Mainframe- Hausse noch anhaelt, kann Big Blue inzwischen genuegend Grossrechner produzieren, um die Nachfrage zu decken. Entweder haben die Armonker das Produktions-Management inzwischen in den Griff bekommen oder die Nachfrage ueberschaetzt. Vor kurzem hatten sie noch betont, ihre Mainframes seien bis Jahresende ausverkauft. Das "Wall Street Journal" zitiert aus einem internen Memo des Konzerns an die Verkaeufer, dass genuegend bipolare Mainframes zur Verfuegung stuenden, um den Bedarf zu decken.

Dass Absatz und Nachfrage von Grossrechnern in den Kalkulationen der IBM-Analysten so breiten Raum einnehmen, wundert nicht. Rund die Haelfte der im zweiten Quartal erzielten Erloese von 1,72 (Vorjahresquartal: 689 Millionen) Milliarden Dollar stammt Insidern zufolge aus dem Mainframe-Geschaeft - inklusive Software, Service und Peripherie. Insgesamt generierte Big Blue im zweiten Quartal einen Umsatz von 17,5 Milliarden Dollar - 15 Prozent mehr als noch vor Jahresfrist.

Dabei stiegen die Einnahmen aus dem Hardwaregeschaeft um 12,4 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Laut Gerstner legten vor allem PCs, RS/6000- AS/400-Systeme sowie Massenspeicherprodukte zu. Die Nachfrage nach Grossrechnern sei weiterhin stark, auch wenn die Umsaetze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum durch Preisreduktionen zurueckgegangen seien.

Im Softwaregeschaeft wurden mit 3,1 Milliarden Dollar um 12,7 Prozent hoehere Einnahmen erzielt als im Berichtszeitraum 1994. Wie bereits in den vergangenen Quartalen legte das Servicegeschaeft der Armonker am staerksten zu. Es belief sich per 30. Juni auf drei Milliarden Dollar (plus 32,7 Prozent). Selbst im Maintenance-Sektor konnten die Einnahmen um 4,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar gesteigert werden. Auch das Leasinggeschaeft verzeichnete mit 4,9 Prozent ein leichtes Plus.

Die Wechselkurse beeinflussten die IBM-Erloese positiv. "Laesst man die Waehrungseffekte unberuecksichtigt, muss man das Umsatzwachstum in Nord- und Lateinamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum zwischen zufriedenstellend und stark einstufen. In Europa waren die Ergebnisse enttaeuschend", sagte Gerstner. Dabei verzeichnete Big Blue in der Region Europa, Mittlerer Osten, Afrika (Emea) noch ein Plus von 11,5 Prozent, in Nordamerika fiel der Zuwachs mit 8,9 Prozent dagegen geringer aus. Mit 30,9 Prozent generierten die Armonker im asiatisch-pazifischen Raum die hoechsten Steigerungsraten.

"Das war ein sehr gutes Quartal", freute sich Chairman Louis Gerstner. "Trotz der erreichten Resultate ist es wichtig zu erkennen, dass wir in allen Geschaeftsbereichen weitere Fortschritte benoetigen, um unsere Triebkraft zu erhalten." Die Bruttomarge konnte von 39,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 43,5 Prozent gesteigert werden.

Im ersten Halbjahr 1995 erzielte die IBM einen Gewinn von drei Milliarden Dollar - dreimal soviel wie im gleichen Zeitraum 1994. Die Einnahmen stiegen um 15,8 Prozent auf 33,3 Milliarden Dollar.

Etwas niedriger als bei der IBM fiel der Nettogewinn der AT&T Corp. aus. Mit einem Anstieg um 13 Prozent auf 1,36 Milliarden Dollar erzielte der Telefongigant dennoch das beste Ergebnis seit seiner Zerschlagung im Jahr 1984. Der Gesamtumsatz des Konzerns belief sich bei einem Zuwachs von sieben Prozent gegenueber dem Vorjahresquartal auf 19,5 Milliarden Dollar. Allerdings bereitet die heute als AT&T Global Information Solutions (GIS) firmierende ehemalige NCR Sorgen. Trotz einer Einnahmensteigerung von sieben Prozent musste das Tochterunternehmen einen Verlust von 189 Millionen Dollar hinnehmen.

Die Unisys Corp. muss sich zwar nicht mit Verlusten, aber mit sinkenden Profiten herumschlagen. Ohne die Einkuenfte aus der veraeusserten Defense-Unit erzielte das Unternehmen mit 39,8 Millionen Dollar einen um 20 Prozent niedrigeren Gewinn als im zweiten Quartal 1994. Die verbleibenden Geschaeftsbereiche konnten zwar das 27-Millionen-Dollar-Loch nicht ganz fuellen, das der Verkauf des Militaergeschaefts gerissen hatte, vergroesserten den Gewinn des Vorjahresabschnitts allerdings von 22,7 Millionen auf 39,8 Millionen Dollar. Der Umsatz nahm um 3,5 Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar zu. Dabei gab das Geschaeft mit Information- Services mit einem Plus von 23 Prozent die staerksten Impulse.