Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.09.1989 - 

Einheitliche Haltung gegenüber OS2 angestrebt:

AT&T-Lager buhlt um die Gunst der OSF

MÜNCHEN (CW) -Für eine Annäherung der beiden verfeindeten Unix-Lager Open Software Foundation (OSF) und Unix International (Ul) wirbt Robert Kavner, Präsident der Data Systems Group bei AT&T. Sein Ziel, so zitiert ihn die CW-Schwesterpublikation "lnfoworld", ist eine einheitliche Haltung gegenüber dem OS/2-Betriebssystem von Microsoft.

Vor allem die europäischen Anwender bedrängen laut Kavner beide rivalisierenden Organisationen sich auf vernünftige Kompromisse zu verständigen. Der selbstzerstörerische Streit zwischen der OSF und Unix International nütze einzig dem mit Unix konkurrierenden Betriebssystem von Microsoft.

Dem OSF- Mitglied IBM dagegen, so Branchenkenner, liege im Rahmen ihres SAA-Konzeptes mehr an einer Durchsetzung von OS/2 als an dem Erfolg eines einheitlichen Unix-Betriebssystems. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Bill Gates' Aussage, daß die Hersteller an einem Unix-Standard kein Interesse hätten. (Siehe auch CW Nr. 12 vom 17. März

1988, Seite 1: "Bill Gates: Hersteller wollen keinen Standard").

OSF-Präsident David Tory zeigt sich lediglich an der Fortführung der bereits laufenden Gespräche und an einer Reihe von AT&T-Softwareprodukten interessiert. So entwickelt seine Organisation ihr AIX-basierend Unix-Derivat OSF/ 1 mit Blickrichtung auf eine mögliche Kompatibilität zu AT&Ts Unix V.4. Einen umfassenden Plan zu einer Vereinigung der Gruppen sieht er jedoch nicht.

Zwar nimmt Tory mit seinem Vorschlag, die grafische Benutzerschnittstelle OSF/Motif eventuell in AT&Ts Unix zu integrieren, ein früher bereits abgelehntes Angebot von AT&T/UI wieder auf, gemeinsam eine einheitliche Programmierschnittstelle für Motif und Open Look zu entwickeln. (Siehe auch CW Nr. 28 vom 7. Juli 1989, Seite 5: "Die OSF läßt Unix Inc. abblitzen") Das Konkurrenzprodukt Open Look erwähnt er jedoch mit keiner Silbe.

Während die Freigabe des Unix-Betriebssystems OSF/1 erst für Mitte nächsten Jahres erwartet wird, will AT&T sein Konkurrenzprodukt Unix V.4 bereits ab Januar 1989 auslifern.