Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.03.1990 - 

Anteil ausländischer Chips wächst in Japan auf 13 Prozent

AT&T Microelectonics geht eine Kooperation mit NEC ein

TOKIO/NEW YORK (IDG/vwd) - Die japanische NEC Corp. und AT&T Microelectronics haben eine weitreichende Zusammenarbeit im Halbleiterbereich angekündigt. Demnach wird AT&T Gate Arrays in Lizenz herstellen und verkaufen, während NEC im Gegenzug moderne computergestützte CAD-Tools für das Design von kundenspezifischen Schaltungen erhält.

Der auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegte Vertrag sieht vor, daß auch noch zu entwickelnde Generationen von Gate Arrays und CAD-Tools Bestandteil des Abkommens sind. Außerdem wird AT&T von den Japanern bevollmächtigt, einen 4-Bit-Mikrocontroller zu produzieren, den die meisten anderen amerikanischen Hersteller nicht fertigen. Darüber hinaus wollen beide Partner die Integration von AT&T-Halbleitern in verschiedene NEC-Produkte beschleunigen.

Beginn einer neuen Ära der Zusammenarbeit

Der Executive Vice-President von NEC, Tomihiro Matsumura, wertete das Abkommen als den Beginn einer neuen Ära der Zusammenarbeit zwischen Japan und Amerika. William Warwick, Präsident von AT&T Microelectronics, betonte, daß der Vertrag zur Steigerung der Marktpräsenz seines Unternehmens beitragen werde.

Augenscheinlich will AT&T mit Hilfe von Lizenzerwerb und Kooperationen Marktpositionen im Halbleiterbereich ausbauen. Bereits einige Wochen zuvor nämlich hatte der Konzern mit der Mitsubishi Electric Corp. ein Abkommen über Design, Produktion und Verkauf von SRAMs abgeschlossen.

Kontrakt über Entwicklung neuer Materialien

Außerdem haben die Amerikaner erst in der letzten Woche einen Kontrakt mit der Olin Corp. , dem US-Konsortium und Sematech über die Entwicklung neuer Materialien für integrierte Halbleiter bekanntgegeben. Diese Vereinbarung wird sich auf den sogenannten "Resist" beschränken, der notwendig ist, um Strukturen auf einen Silizium-Wafer zu übertragen. Den hochkomplizierten "Lack" soll die Olin-Tochter Olin-Hunt Speciality Products Inc. für AT&T produzieren.

Die Abkommen mit Olin und Sematech sind nach Angaben von AT&T als Teil der landesweiten Bemühungen zu sehen, die Vorherrschaft der USA bei der Halbleiterproduktion Zurückzugewinnen.

Auch der Deal mit NEC hat neben den klaren Vorteilen für jede Partei eine handelspolitische Dimension: Das Abkommen kann Analysten zufolge dazu beitragen, die Spannungen zwischen Japan und den USA im Halbleiter-Handel abzubauen.

Die USA fordert nämlich schon seit Jahren - unter Androhung von Strafzöllen auf japanische Produkte - den Anteil ausländischer Chips in Japan zu erhöhen. Jetzt kann zumindest NEC durch die Verbindung zu AT&T seinen Anteil an nicht in Japan produzierten Halbleitern von heute 20 auf 24 Prozent im nächsten Jahr erhöhen.

Andere japanische Hersteller haben in den letzten Jahren ebenfalls den Verbrauch von ausländischen Chips kontinuierlich gesteigert, um l99l, wenn das 1986 von beiden Nationen unterzeichnete Halbleiterabkommen ausläuft, einen Anteil von 20 Prozent erreicht zu haben.

Heute liegt der Prozentsatz fremder Halbleiter auf dem japanischen Markt bei dem historischen Höchststand von l 2 ,9 Prozent.