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17.11.1989 - 

Für eine Einigung der Unix- Welt stehen die Sterne derzeit günstig

AT&T offeriert Beteiligung an Unix Software Operation

NEW YORK/MÜNCHEN (CW) - Es sieht ganz so aus, als würde die Open Software Foundation (OSF) bald den ideologischen Boden unter den Füßen verlieren. Die Unix-Mutter AT&T signalisierte jetzt Bereitschaft, ihre "Unix Software Operation" (USO) zumindest teilweise in fremde Hände zu legen.

Einem Bericht der New Yorker "Financial Times" zufolge hat AT&T einigen großen Hardwareherstellern - darunter IBM, Digital Equipment und Hewlett-Packard - sowie den Mitgliedern der Unix lnternational Inc. (UI) Beteiligungen an ihrer Unix-Division angeboten. Diese Offerte ist bislang allerdings ziemlich unspezifisch: Robert Kavner, President der AT&T Data Systems, arbeitet, unterstützt durch eine Reihe von Investment-Bankern, derzeit noch daran, den Wert der USO zu eruieren.

Eine Ausgliederung der Unix-Abteilung aus dem Telecom-Konzern nähme denjenigen den Wind aus den Segeln, denen die Bindung von Unix System V an den Hersteller AT&T Grund genug war, ein eigenes Betriebssystem zu entwerfen: Die für die Gründung der Open Software Foundation (OSF) ins Feld geführten Argumente würden somit unhaltbar.

So paßt denn auch ins Bild, daß Vertreter von UI, USO und OSF kürzlich zusammentrafen, um über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Arbeit an der Unix-Standardisierung zu konferieren. Zwar wurden bislang weder Zusagen gemacht noch Vereinbarungen getroffen, doch steht die Tür zwischen den Unix-Kontrahenten zumindest

wieder offen.

Nach Ansicht von Branchenkennern ist das Rennen um die. Anwendergunst ohnehin schon gelaufen: Als Betriebssystemstandard werde sich Unix System V.4 durchsetzen, wohingegen bei den Benutzeroberflächen das OSF-Produkt Motif vorn liege.

Der Vorschlag, das gerade angekündigte Unix V.4 zur Basis von OSF/l zu machen, werde genauso ernsthaft diskutiert wie die Unterstützung von Motif durch die UI.

Die Idee einer umfassenden Unix-Allianz erntet allerdings nicht nur Zustimmung. Es melden sich auch Stimmen zu Wort die vor Kreativitäts- und Produktivitätsverlusten innerhalb der bislang konkurrierenden Gruppen sowie vor einer potentiellen Monopolbildung im Falle einer solchen Super-Unix-Körperschaft warnen.