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Kooperation mit NTT und Übernahme von Media One

AT&T setzt in Japan und dem US-Markt neue Duftmarken

07.05.1999
MÜNCHEN (pg) - AT&T schockt die internationale wie auch die heimische TK-Szene. Aufsehen erregt vor allem die Kooperation mit dem größten Carrier der Welt, der japanischen NTT. Gemeinsam wollen die beiden Branchengrößen multinationalen Unternehmen Netzdienste anbieten. Doch damit nicht genug: Mit der Übernahme von Media One expandiert AT&T auch noch im US-Markt und überrascht die Analysten zudem mit einem blendenden Quartalsergebnis.

AT&T ist gelungen, was bisher noch keiner der Konkurrenten in diesem Ausmaß erreichte - eine Kooperation mit Nippon Telegraph & Telephone (NTT). Seit Jahren buhlt die Garde international namhafter Netzbetreiber um die Gunst des japanischen TK-Konzerns, bisher ohne nennenswerten Erfolg. NTT-Chef Junichiro Miyazu, die graue Eminenz in der Branche, hatte allen Werbungsversuchen widerstanden. Miyazus Haltung erklärt sich in erster Linie durch die japanische Deregulierungspolitik, die dem Konzern erst ab Juli 1999 ein internationales Engagement erlaubt.

Die Kooperation der Japaner mit AT&T ist als erste Weichenstellung NTTs ins globale Geschäft zu interpretieren. Wie stark und erfolgreich diese Allianz jedoch sein wird, bleibt abzuwarten. Der Vertrag sieht zunächst nur die Zusammenarbeit vor, nicht aber die Gründung eines Joint-ventures. Außerdem sind Reibungsverluste bei Partnerschaften dieser Größenordnung wahrscheinlich, wie das Beispiel Global One zeigt. Andererseits birgt die Kooperation mit AT&T für NTT Vorteile, weil die Amerikaner vergangenes Jahr für fünf Milliarden Dollar das Global Network Business von IBM kauften und damit über eine internationale Infrastruktur verfügen.

Wie sehr AT&T auf den japanischen Markt drängt, macht nicht nur der Deal mit NTT deutlich. Wenige Tage zuvor hatte der US-Carrier zusammen mit Partner British Telecom bereits eine 30prozentige Beteiligung am Netzbetreiber Japan Telecom verkündet.

Armstrong plant Abbau von bis zu 3000 Stellen

Doch nicht nur im Ausland, sondern auch auf dem heimischen US-Markt versucht AT&T, seine Position zu verbessern. Im Rennen um Media One, den drittgrößten Betreiber eines TV-Kabelnetzes in den USA, scheint der TK-Konzern die Nase gegenüber Mitbewerber Comcast vorne zu haben. AT&T hatte vor kurzem das Kaufangebot von Comcast für Media One (48 Milliarden Dollar) mit einer Offerte von 58 Milliarden Dollar überboten. Das Management von Media One stimmte unterdessen einer Übernahme durch AT&T zu.

Sollte die Akquisition zustande kommen, hätte AT&T Zugang zu 27 Prozent der US-Haushalte. Diese hohe Teilnehmerreichweite ergibt sich aus dem geplanten Media-One-Deal sowie der kürzlich abgeschlossenen Übernahme von Tele-Communications, das der Carrier vergangenes Jahr für 55 Milliarden Dollar schluckte. Das Unternehmen hätte damit ein großes Standbein in lokalen Märkten und könnte auf diese Weise nicht nur über das Kabelnetz Sprach- und Datendienste anbieten, sondern auch das rückläufige Geschäft im Bereich der Ferngespräche kompensieren.

Tatsächlich mußte AT&T im Fernsprechsektor für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 3,4 Prozent vermelden. Dennoch konnte AT&T-Chef Michael Armstrong ein Umsatzwachstum von 9,9 Prozent verbuchen. Verantwortlich dafür waren die Unternehmenseinheiten Mobilfunk und Business Services, die Steigerungsraten von 40 beziehungsweise 7,5 Prozent erzielten. Insgesamt setzte der Konzern damit im ersten Quartal 1999 rund 14 Milliarden Dollar um. Die Wallstreet bewertete die Resultate daher positiv und dürfte auch die Pläne von Armstrong begrüßen, 2500 bis 3000 Stellen im technischen Bereich abzubauen.