Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

20.07.1984 - 

Umfangreiches Glasfasernetz verbindet 60 Einrichtungen:

AT&T sorgt für olympische Kommunikation

LOS ANGELES (CW) - In einem bisher nicht gekannten Ausmaß prägt die Hochtechnologie die Olympischen Spiele in Los Angeles: An die Stelle von unzähligen Botengängen und Postsendungen tritt bei diesen größten sportlichen Wettkämpfen der Welt ein umfangreiches Übermittlungssystem des amerikanischen Telecom-Giganten AT&T. Die Installation mit Glasfaserkabel soll den rund 50 000 Teilnehmern der Olympiade schnelle sowie mühelose Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten in und von 28 Sportstätten, drei olympischen Dörfern und Verwaltungsgebäuden bieten.

Die in einem Umkreis von 4500 Quadratmeilen verstreuten Einrichtungen der Olympiade sind mit insgesamt 14 3B20S Computern, 1700 Teletype-Terminals vom Typ 5410, 300 Teletype-Druckern, 7000 Telefonen, 100 Infotron-Netzwerkkonzentratoren Modell 792 sowie 20 "Dimension"-Nebenstellenanlagen ausgerüstet, die über Glasfaserkabel verbunden sind. Jedes dieser Kabel enthält 144 Fasern, die gleichzeitig 240 000 Daten in Form von Lichtwellenimpulsen weiterleiten können. Eine einzige Glasfaser ist in der Lage, den gesamten Inhalt des Websters Dictionary mit seinen über 2700 Seiten in sechs Sekunden zu übertragen. Schnelligkeitsrekorde stellen also bei diesen Olympischen Spielen nicht nur die Sportler auf.

Die Anlage besteht aus zwei Komponenten: dem Informationssystem "Electronic Message System" (EMS) und einem Sprachkommunikationssystem. Über das EMS, von AT&T als das zentrale Nervensystem der Olympischen Spiele bezeichnet, kann man Mitteilungen und Bekanntmachungen empfangen sowie "expedieren", aktuelle Sportergebnisse, Zwischenberichte und Hintergrundinformationen abrufen. Es ist aber auch möglich, EMS für Buchungen und private Korrespondenz zu nutzen.

Große Hilfestellung soll das System nicht nur den Sportlern und Angestellten leisten, sondern ebenfalls den zirka 8000 zu dieser Olympiade erwarteten Journalisten. Sie können ihre Texte in den Pressezentren direkt an Bildschirmen eingeben und per Telex an die Redaktionen übermitteln. Für den Ton- und Bildtransfer nach außen steht außerdem ein digitales Fernsehsystem (Digital Television Lightwave System), ebenfalls auf Glasfaserbasis, zur Verfügung. Das DTLS überträgt Radio- und Fernsehsendungen von allen Sportstätten zur Satellitenrundfunkzentrale in Los Angeles, die dann die sportlichen Neuigkeiten rund um den ganzen Globus verbreitet. Die zweite Einheit der AT&T-Technologie, das Sprachkommunikationssystem, bietet den Mitgliedern der olympischen Familie einen großen Telefonkomfort, so unter anderem die Möglichkeit der telefonischen Konferenzschaltung, des automatischen Rückrufs und der telefonischen Weiterleitung.

Um die Athleten während der Wettkämpfe nicht zu stören, machen sich übrigens die Telefone in den einzelnen Sportstätten nicht durch Klingelzeichen, sondern durch Lichtsignale "bemerkbar".

Auch Kompatibilität demonstriert das AT&T-System: Es ist an einen IBM-Computer in Long Beach und an einen Motorola-Computer, ein Western-Union-Telex-System und ein IBM-System /38 in Los Angeles angeschlossen.