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25.11.1994

AT&T, Sprint, British Telecom und Unitel Communications im Boot Gates macht mobil gegen die etablierten Online-Anbieter

LAS VEGAS (ade) - Zeitgleich mit der Verfuegbarkeit von Windows 95 will Microsoft-Chef Bill Gates mit "Microsoft Network" (Marvel) eine Alternative zu bereits bestehenden Info-Services wie Compuserve, Internet, Prodigy oder America Online bereitstellen.

Microsoft hat sich auf den Weg gemacht, den renommierten Anbietern von Online-Diensten Compuserve, Internet, Prodigy, America Online, Delphi oder Genie kraeftig einzuheizen. Noch im ersten Halbjahr 1995 wird der Softwaregigant aus Redmond dem eigenen Informationsdienst Microsoft Network gruenes Licht geben. "Es ist offensichtlich, dass die heutigen Dienste nicht aufregend genug, nicht einfach genug und nicht kreativ genug sind", uebte Microsoft- Chef Bill Gates auf dem Computerspektakel Comdex Kritik an den Leistungen der Online-Konkurrenten.

Benutzer in 35 Laendern will der Multimilliardaer demnaechst mit Informationen zu Nachrichten, Business, Wissenschaft oder gesellschaftlichen Themen in rund 20 Sprachen bedienen. Per Modem koenne der Anwender dann Flugauskuenfte, Kontobewegungen oder beispielsweise den aktuellen Spielstand eines Basketball-Matchs in den USA abrufen. Selbst Wettervorhersagen sind geplant, so Anette Hrubesch, Pressereferentin bei der Unterschleissheimer Microsoft GmbH.

Technologisch scheinen die Weichen bereits gestellt. AT&T, Sprint, British Telecom und Unitel Communications sollen fuer die Verteilung des Service rund um die Erde sorgen. Der Online-Dienst wird auf einer Reihe von Windows-NT-Servern sowie auf dem kuenftigen Client-Server-Messaging-System Microsofts, "Exchange", basieren, berichtet die CW-Schwesterpublikation "Network World". Um die noetige Sicherheit im Netz zu erzielen, arbeite das Unternehmen eng mit dem Kreditkartenanbieter Visa zusammen.

Das wichtigste Feature von Microsoft Network ist eine Mail- Komponente, die es ermoeglichen soll, elektronische Post guenstig zu verschicken, erklaerte Gates. Noch in diesem Monat werde der Dienst, den der Softwareriese in zwei Preiskategorien anbieten will, einem Betatest unterzogen. Voraussetzung fuer den Zugriff auf das Netz ist allerdings ein Utility, das Microsoft mitsamt Benutzer-Schnittstelle in das 32-Bit-Betriebssystem Windows 95 integrieren will. Auch die Verbindung mit dem weltgroessten Informationsdienst Internet wird noch auf sich warten lassen. Wie die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" berichtet, steht diese Moeglichkeit erst 1996 zur Verfuegung.

Dumping-Preise sollen den Microsoft-Erfolg bescheren Microsofts Online-Plaene stossen bei renommierten Netzanbietern naturgemaess nicht auf ungeteilten Beifall. Wegen der Kopplung des Online- Dienstes an Windows musste sich Gates auf der Messe in Las Vegas Vorwuerfe gefallen lassen, Microsoft benutze seine dominante Stellung, um mit kartellrechtlich bedenklichen Methoden auch das Geschaeft mit Datendiensten unter Kontrolle zu bekommen, gibt der Brancheninformationsdienst "vwd" die Kritik wieder. Branchenexperten erwarteten, dass Microsoft seinen neuen Dienst aggressiv vermarkten und Preise der etablierten Konkurrenten unterbieten wolle. Erste Praeventivmassnahmen wurden unterdessen bereits in Erwaegung gezogen. So haben einige Anbieter mit gerichtlichen Schritten gedroht oder Preissenkungen fuer ihre Dienste in Aussicht gestellt.