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18.07.1997 - 

Verhandlungen mit SBC gescheitert, Allianz mit italienischer Stet

AT&T stolpert im US-Geschäft und hofft nun auf Europa

Die Verhandlungen zwischen AT&T und dem lokalen Carrier SBC, die von keiner der beiden Parteien je bestätigt wurden, endeten, wie sie begonnen hatten: mit einem Telefongespräch. SBC-Chairman Edward Whitacre teilte Robert Allen, Chairman der AT&T Corp., mit, man sei an einem Merger nicht mehr interessiert. Erst vor gut zwei Monaten soll der SBC-Chef auf gleiche Weise mit AT&T-President John Walter die Verhandlungen eingeleitet haben. Beide Parteien waren sich dem "Wall Street Journal" zufolge zu keiner Zeit über irgend etwas einig. Zudem hatte die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) bereits im Vorfeld Vorbehalte zu dem Merger geäußert.

Während AT&T also bis auf weiteres der (Wieder-)Einstieg in den lokalen US-Markt verwehrt bleibt, hat das Unternehmen im internationalen Geschäft beim Kampf gegen die europäischen Schwergewichte endlich einen dicken Fisch an Land ziehen können. Bislang beschränkte sich bekanntlich das AT&T-Engagement in der Alten Welt auf eine geringe Präsenz in Großbritannien, eine Beteiligung von 7,5 Prozent am deutschen Newcomer Mannesmann Arcor sowie eine Kooperation mit Carriern aus den Niederlanden, der Schweiz und Schweden im Rahmen der Unisource-Allianz - zuwenig für einen Carrier, dem stets große Ambitionen im europäischen Markt nachgesagt wurden.

Durch die nun angekündigte Allianz mit der italienischen Stet-Gruppe könnte sich dies jedoch nachhaltig ändern. Eine entsprechend getroffene Grundsatzvereinbarung sieht die Option vor, daß die Stet-Holding, die noch in diesem Monat mit der bisherigen Tochtergesellschaft Telecom Italia fusionieren will, in Europa dem Gemeinschaftsunternehmen von AT&T und Unisource, AT&T-Unisource Communications Services, beitritt. Als Ergebnis noch abzuwartender Detailverhandlungen wird erwartet, daß Unisource 40 und AT&T sowie Stet jeweils 30 Prozent der Anteile halten werden.

Stet will dem Vernehmen nach in das Joint-venture seinen Geschäftsbereich für den internationalen Telefon- sowie Datenverkehr - also im wesentlichen seine Tochter Telemedia International - einbringen und soll die Dienstleistungen des Unternehmens exklusiv in Italien vermarkten. Zudem haben sich Stet, AT&T und Unisource darüber verständigt, den Markt in den übrigen wichtigen EU-Staaten, insbesondere in Frankreich, Deutschland, England und Spanien gemeinschaftlich anzugehen und ihre Präsenz dort zu koordinieren.

Vor allem das geplante Engagement auf der iberischen Halbinsel dürfte nach dem Ausscheiden der spanischen Telefonica aus dem Unisource-Konsortium im Mai für AT&Ts Europa-Stratgie von Interesse sein. Denn die Italiener führen ein Konsortium an, das sich mit großen Erfolgsaussichten um die Übernahme von Retevision bewirbt, einer Gesellschaft, die so bald als möglich in Spanien ein zweites nationales Telefonnetz in Betrieb nehmen möchte.

Insgesamt arbeiten die Amerikaner damit derzeit weltweit mit insgesamt 17 Carriern in mehr oder weniger lockeren Allianzen zusammen. Neben dem Joint-venture mit Stet und Unisource dient dabei als Organisationsstruktur die Holding World Partners, an der allerdings neben AT&T (40 Prozent) beziehungsweise AT&T-Unisource (20 Prozent) nur noch die japanische KDD mit 24 und Singapore Telecom mit 16 Prozent beteiligt sind (siehe Abbildung).