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02.05.2003 - 

Gerüchte um Fusion mit Bellsouth

AT&T überrascht im ersten Quartal positiv

MÜNCHEN (CW) - Die US-amerikanische Telefongesellschaft AT&T hat im ersten Quartal 2003 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen, musste allerdings einen weiteren Umsatzrückgang hinnehmen. Für Gesprächsstoff sorgen indes Spekulationen des "Wall Street Journal" über angebliche Fusionsverhandlungen mit dem Wettbewerber Bellsouth.

Ein Nettogewinn von 571 Millionen Dollar und ein Konzernumsatz von neun Milliarden Dollar stehen für die jüngste Berichtsperiode in den Büchern des US-amerikanischen TK-Primus AT&T - eine Bilanz, mit der sich die Wallstreet zumindest in puncto Ertrag zufrieden zeigte. Denn im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte AT&T noch - bedingt durch Sonderabschreibungen - einen Verlust nach Steuern in Höhe von 975 Millionen Dollar ausgewiesen. Das Unternehmen habe nun seine Kosten im Griff und erziele stabile Margen, hieß es in Börsenkreisen. Für diese Annahme spricht auch der Betriebsgewinn, der gegenüber dem ersten Quartal 2002 von 446 auf 529 Millionen Dollar kletterte.

Einen weiteren Einbruch musste AT&T jedoch beim Umsatz hinnehmen, der im Vorjahresvergleich um knapp sechs Prozent auf rund neun Milliarden Dollar zurückging. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem das schwache Geschäft im Konzernbereich Consumer Services, wo die Einnahmen um 17,8 Prozent auf ein Volumen von 2,5 Milliarden Dollar sanken, während die Division Business Services nur 1,4 Prozent verlor und gut 6,4 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz beisteuerte. Nach Ansicht von Branchenbeobachtern geht es AT&T derzeit wie allen übrigen Anbietern von Ferngesprächen in den USA, darunter MCI und Sprint: Die Carrier müssen einen zum Teil dramatischen Rückgang der Gesprächsminuten hinnehmen, da die Kunden auf andere Kommunikationswege wie Handy und E-Mail ausweichen.

Unterdessen hat das "Wall Street Journal" in einem Bericht erneut für Spekulationen um eine bevorstehende Konsolidierung des US-amerikanischen TK-Marktes gesorgt. Demnach haben einzelne Mitglieder des AT&T-Aufsichtsrates zumindest Sondierungsgespräche mit ihren Kollegen von Bellsouth aufgenommen. Experten zufolge könnte dies mehr als eine Spekulation sein - auch wenn, wie es weiter heißt, derzeit vor allem die beratenden Investmentbanken an einem solchen Deal interessiert seien.

Entsprechende Gerüchte über Fusionen und Übernahmen kursieren seit der vollständigen Öffnung des US-TK-Marktes 1996, als die 1984 eingeführte strikte regulatorische Trennung zwischen der Vermittlung von Orts- und Ferngesprächen wieder abgeschafft wurde. Im Jahr 2001 hatte es zwischen AT&T und Bellsouth schon einmal offizielle Fusionsverhandlungen gegeben, die seinerzeit aber ohne Ergebnis abgebrochen worden waren. Die auf die Vermittlung lokaler Gespräche fokussierte "Baby-Bell"-Company könnte nun aber unter völlig anderen Vorzeichen einen neuen Anlauf wagen: Mit einer Marktkapitalisierung von rund zehn Milliarden Dollar hat AT&T derzeit nur etwa ein Viertel des Börsenwertes von Bellsouth. Mit anderen Worten: Wer wen bei einem Aktientausch übernimmt, wäre angesichts dieser Konstellation klar, vor allem der Erwerb des lukrativen Geschäftskundensegments von AT&T käme Bellsouth somit vergleichsweise billig. (gh)