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15.01.1988

AT&T will mit Sun-Mikros Unix-Flanke stärken

NEW YORK (CW) - Auf dem Umweg über eine 20prozentige Beteiligung an dem kalifornischen Hardwarehersteller Sun Microsystems Inc. setzt die American Telephone & Telegraph Co, (AT&T) die Sanierung ihrer Computerdivision fort. Die Finanzspritze für Sun soll gemeinsame Entwicklungsaktivitäten im Unix-RISC-Bereich absichern.

Der US-Fernmeldegigant wird mit dem Engagement größter Investor bei dem Anbieter technisch-wissenschaftlicher Workstations. Allerdings läßt sich AT&T drei Jahre Zeit, die angestrebte Beteiligung zu vollenden. Fünf Prozent der Anteile will der Konzern auf dem Aktienmarkt aufkaufen; der Rest soll im Zuge von drei Kapitalerhöhungen eingezahlt weiden. Nach Suns derzeitigem Börsenkurs summieren sich die Kosten auf 300 Millionen Dollar.

Um seine Vormachtstellung langfristig zu sichern, handelte der Telecom-Konzern eine Option aus für den Fall, daß ein anderes Unternehmen zwischen 20 und 40 Prozent der Anteile erwirbt: AT&T darf dann ebenso viele Aktien kaufen. Bislang war die Eastman Kodak Co. mit 4,5 Prozent das größte Industrieunternehmen, das an Sun beteiligt ist.

Die enge Verbindung des Fernmeldegiganten zu der kalifornischen Technologiefabrik, die erst seit fünf Jahren besteht, wird von New Yorker Analysten als Anzeichen dafür gesehen, daß AT&T nach gewaltigen Mißerfolgen im DV-Geschäft nun darauf setzt, das nötige Know-how bei kleineren, flexibleren Partnern einzukaufen. Nach in den USA kursierenden Informationen hatte AT&Ts Computerdivision 1986 bei einem Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Der neue Chef dieses Geschäftsbereichs, Ex-Olivetti-Mann Vittorio Cassoni, arbeitet seitdem an einer Sanierung der Abteilung - offenbar mit Erfolg: 1987 soll das Minus um zwei Drittel gesunken sein. Cassoni wird sich übrigens auch persönlich bei Sun engagieren; er bekommt einen Sitz im Verwaltungsrat des Unternehmens.

Vor drei Monaten hatten Sun und AT&T bekanntgegeben, daß sie künftig sowohl Hardware als auch Systemsoftware gemeinsam entwickeln wollen. Im Mittelpunkt stehen dabei Suns neuer Mikroprozessor in "Scalable Processor Architecture" (Sparc-Chip), der die RISC-Technik nutzt (RISC = Reduced Instruction Set Computing), sowie das portable Betriebssystem Unix. Die beiden Partner vereinbarten, das AT&T-eigene Unix-Derivat System V mit dem in der Sun-Variante Sunos verwandten Berkeley-Unix 4.2 zu verschmelzen.