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10.06.1983 - 

Abkommen ebnet Weg für Betriebssystem:

AT&T will Unix zum Standard machen

ANAHEIM (VWD) - Ein Abkommen über die gemeinsame Weiterentwicklung des Betriebssystems "Unix System V" hat die American Telephone and Telegraph Co. mit Intel Corp., Motorola Inc. und National Semiconductor abgeschlossen. Unix soll für einige der Mikroprozessoren, die die AT&T-Vertragspartner herstellen, passend gemacht werden.

Die drei Chiphersteller haben sich im Gegenzug verpflichtet, einige ihrer Mikroprozessoren. "Unix"-kompatibel zu gestalten. National Semiconductor wird seinen Mikroprozessor 16032, Motorola den 68020 und Intel den 286 entsprechend auslegen. Damit wurde nach Ansicht von Beobachtern in den USA ein Standard-Betriebssystem für Mikroprozessoren geschaffen. AT&T hat sich einen wichtigen Startvorteil geschaffen, wenn das Unternehmen im kommenden Jahr mit neuer Organisation und neuen Tätigkeitsfeldern in den Markt geht, berichtet VWD. Über die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung wurde nichts mitgeteilt. Beobachter gehen jedoch davon aus, daß von seiten der AT&T sechsstellige Zahlungen an die Hersteller der Mikroprozessoren geleistet wurden.

Die Unternehmen, die sich jetzt zusammengeschlossen haben, besitzen nach Meinung von Beobachtern zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent bei den Tischcomputern. Zwar werden die Hersteller der Prozessoren weiterhin neben Unix auch andere Betriebssysteme anbieten; so sieht Intel in dem Abkommen hauptsächlich eine Erweiterung seiner Angebotspalette. Intel wird weiterhin auch Betriebssysteme anbieten, die von der Microsoft Inc. und Digital Equipment entwickelt wurden. Aber für Unix besteht eine reelle Chance, eine Art Standardbetriebssystem zu werden.

Unix habe, so sagen andere, den Ruf, für Laien schwer handhabbar zu sein, das könnte die Durchsetzung auf den Massenmärkten behindern. Allerdings, darauf wird auch verwìesen, lasse sich Unix leichter an die jeweilige Hardware anpassen, diese erhöhte Portabilität ist ein Vorteil für die Hersteller.

AT&T hat in seinen Vermarktungsbemühungen nicht nachgelassen, die Kunden und Lizenznehmer werden intensiv betreut. Schließlich, so sagte ein Sprecher für Western Electric solle Unix ein Betriebssystem für alle Arten von Rechnern - "vom Personal bis zum Mainframe" werden. Und darauf könnte sich dann, so eine weitere Vermutung ein zusätzlicher Schritt aufbauen lassen: Ein eigener Personal Computer von Western Electric.

Das Betriebssystem Unix wurde von den Bell Telephone Laboratories 1969 entwickelt. Zwar gab es seit 1973 in den USA einige Lizenznehmer, aber in der Hauptsache wurde Unix innerhalb des "Bell Systems" benutzt. Seitdem im vergangenen Jahr das Ende der Auseinandersetzung zwischen AT&T und dem US-Justizministerium absehbar war und der Telefonriese sich nun auf neue Märkte zu konzentrieren beginnt, wurde "Unix" aggressiv, und wie sich nun zeigt, auch erfolgreich vermarktet.

Und AT&T rechnet sich einige Chancen aus: Wenn nun drei der großen Hersteller von Mikroprozessoren Unix benutzen, werden die Kunden auch nach weiterer Software fragen, die an das Betriebssystem angepaßt ist, erwartet Thomas Crawley, Executive Director der Systems Software Division bei Bell Labs. Und, so fügt er hinzu, die AT&T-Tochter Western Electric habe eine Menge von Programmen "in der Schublade". Mit "Bell Mac" will Western einen eigenen Mikroprozessor, der auf "Unix" zugeschnitten ist, bringen.