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08.03.1996 - 

Carrier entdecken das Netz der Netze als Marketing-Instrument

AT&Ts Internet-Zugang bringt das Aus fuer das Notes Network

Das Unternehmen offeriert ueber den letztes Jahr eingerichteten Service "AT&T Worldnet" nun gegen eine monatliche Gebuehr von knapp 20 Dollar einen zeitlich unbegrenzten Internet-Access.

Zeitgleich mit dem Internet-Coup gab AT&T bekannt, dass der Network Notes Service zur Jahresmitte eingestellt wird. Der erst vor einem Jahr ins Leben gerufene Netzdienst versetzt Notes-User in die Lage, rund um den Globus in Workgroups zusammenzuarbeiten. Veraergerte US-Anwender kuendigten an, kuenftig eigene Notes-Netze zu betreiben. Ein Vorhaben, das bei den meisten Unternehmen wohl aus Kostengruenden scheitern duerfte.

Statt dessen werden die im Stich gelassenen Anwender wahrscheinlich mittelfristig in Richtung Internet migrieren, zumal sich diese Alternative mit der Intention von Lotus deckt. Die IBM- Tochter will kuenftige Notes-Versionen mit noch mehr Internet- Funktionalitaet ausstatten. Beim amerikanischen Online-Oldie Compuserve, der hierzulande derzeit wegen ueberteuerter Preise und schlechter Performance kritisiert wird, haelt man am "Enterprise Connect Service" fuer Notes fest und rechnet bereits mit Zuwachsraten von rund 200 Prozent.

Waehrend sich die offiziellen AT&T-Mitteilungen als Hommage an das Internet lesen, vermuten Insider andere Gruende fuer die AT&T- Offensive. So habe sich das AT&T Network Notes aufgrund der Server- statt User-basierten Abrechnungsmodalitaeten als Ladenhueter entpuppt. Der Carrier wolle via Internet im Preiskampf auf dem Long-distance-Markt erstmals seit langem wieder in die Offensive gehen: Kunden, die heuer zu AT&T wechseln, bekommen ein Jahr lang einen kostenlosen Account mit fuenf Freistunden pro Monat.

Zwar wird Worldnet auch den 300-Millionen-Dollar-Markt der Internet-Service-Provider in den USA beeinflussen, doch verglichen mit den 77 Milliarden Dollar, um die es im Ferngespraechsbereich geht, kann der Carrier die Verluste fuer den guenstigen bis kostenfreien Netzzugang leicht verkraften, wenn er dadurch seinen Marktanteil im TK-Geschaeft nur um ein Prozent erhoeht. Deshalb rechnen Analysten damit, dass MCI und Sprint demnaechst mit aehnlichen Angeboten nachziehen.