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08.09.1989 - 

Profi-Workstation und Spiele-Computer mit Stereo-Sound

Atari steigt ins Profi-Geschäft ein

DÜSSELDORF (zek) - Den endgültigen Einstieg in den Markt für professionelle Anwender erhofft sich Atari jetzt mit einer Workstation auf Basis des Motorola-Prozessors 68030. Das bereits vor Jahren angekündigte Gerät wurde erstmals auf der Atari-Messe in Düsseldorf gezeigt. Bei den ersten TT-Modellen dient als Betriebssystem "TOS 030". eine Erweiterung des Homecomputer-Betriebssystems TOS der ST-Serie. Bis zur Systems will das Unternehmen dann einen Unix-fähigen TT vorstellen.

Trotz des Drangs in den professionellen Markt wurde auch die diesjährige Atari-Messe in erster Linie von einem jugendlichen, am Homecomputer ST interessierten Publikum besucht - eine Anwendergruppe, für die der TT wegen seines Preises von rund 6200 Mark kaum erschwinglich sein dürfte. Für dieses Geld bietet er neben dem 68030, 40-MB-Festplatte, Colormonitor, zwei Midi-Schnittstellen, Stereo-Sound, serienmäßig 2 Megabyte RAM, eine Farbpalette von 4096 Farben und diverse Auflösungsstufen.

Mögliche Anwender für Ataris High-end-System sind Profi-Musiker und mittelständische Kunden, die die weitaus höheren Ausgaben für vergleichbare Workstations von Sun, Apple oder DEC nicht riskieren wollen. Anwendungsgebiete sind CAD, Desktop-Publishing, Büroeinsatz und digitale Musikverarbeitung.

Darüber hinaus zeigte Atari als "Weltpremiere" den "STE", eine erweiterte Version des Homecomputers 1040 ST mit vier Joystickanschlüssen und verbesserter Farbgrafik. Mit dem STE will das Unternehmen offensichtlich ein leistungsfähiges Wettbewerbsmodell gegen den Commodore "Amiga" anbieten. Ein professioneller Anwenderkreis, an den sich der STE richtet, sind Synthesizer-Musiker. In diesem Kreis ist der herkömmliche ST bereits seit Jahren beliebt. Mit dem STE gibt es jetzt auch die Möglichkeit Stereo-Sound zu produzieren. Inklusive Colormonitor wird der STE rund 1500 Mark kosten, die Auslieferung beginnt im Oktober.

Erstmals öffentlich gezeigt wurde in Düsseldorf der auf der CeBIT unter dem Namen "Folio" angekündigte MS-DOS-kompatible Taschen-PC. Mittlerweile heißt das Gerät "Portfolio": Er verfügt über eine PC-Tastatur, achtzeiliges LCD-Display und ein eingebautes Softwarepaket mit Textverarbeitung, Adreßverwaltung, Taschenrechner und Tabellenkalkulation. Über ein Interface (Preis: rund 100 Mark) können Daten mit anderen Rechnern ausgetauscht werden. Der Portfolio soll ab Oktober zum Preis von rund 800 Mark ausgeliefert werden.

Am Rande der Messe kündigte Atari-Deutschland-Chef Alwin Stumpf an, daß es demnächst auch eine deutsche Version des Textverarbeitungsprogramms "Wordperfect" für die Atari-Rechner geben wird. Noch zur CeBIT hatte Wordperfect-Geschäftsführer Uwe Schmidt unter Atari-Anwendern "keinen Markt für seine professionelle Software" gesehen. Wie in Düsseldorf zu hören war, wird die Atari-Version von Wordperfect auch nicht von der Wordperfect GmbH ausgeliefert werden, sondern von Atari selbst.