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08.11.1985 - 

Commodore-Konkurrent bringt Mega-ST anstelle altem 520er:

Atari will den Profi-Markt erobern

MÜNCHEN (CW) - Rund ein halbes Jahr nach der Vorstellung des Atari 520 ST in Hannover präsentierte die Raunheimer-Crew das Nachfolgemodell, den Mega-Atari

520 ST+ . Sam Tramiel, Präsident der Atari Corp., glaubt, sich damit des Rufes als Haus- und Hoflieferant für Spieler entledigen zu können und immer mehr als ernst zu nehmender Hersteller zu gelten.

Knapp unter der 3000-Mark-Grenze liegt der neue Powerwinzling mit 1 MB RAM Kapazität, Monochrom-Monitor, Floppy und Maus. Der Vorgänger - zusätzlich mit zwei Software-Paketen bestückt - kostet den gleichen Preis. "Damit dürfte sich die Nachfrage wohl erübrigen", kommentierte Alwin Stumpf, Atari-Chef Deutschland.

Während der 520 ST+ in erster Linie die Bereiche Wissenschaft und Industrie erobern soll, wollen die Verkaufsstrategen mit dem ebenfalls neuen, kleineren Bruder, dem Atari 260 ST, in den Markt der Homecomputer-Aufsteiger eindringen. Die Zentraleinheit ist -wie auch die des Vorbilds - mit einer 68000-CPU bestückt, bietet 512 KB RAM eine serielle, eine parallele und eine Midi-Schnittstelle sowie Anschlüsse für Monochrom- und RGB-Monitore und für Fernsehgeräte mit Scart-Buchse. Die Peripherie für die mit knapp 1300 Mark veranschlagte Einheit muß der Anwender allerdings zusätzlich kaufen: Mit 598 Mark für die Floppy, 148 Mark für die Maus und Kosten für den Monitor liegt der Gesamtpreis wohl nicht nennenswert unter dem des 520 ST+ mit dem doppelten Arbeitsspeicher-Ausbau.

Eine Liste von rund 200 Händlern soll das Vertrauen des professionellen Anwenders wecken, auch bei einem Low-cost-Produkt nicht auf die fachliche Beratung verzichten zu müssen. 7000 Geräte seien in den letzten sechs Wochen - vorher wurde der "alte" 520er nicht angeboten - und 1000 während der Systems an die Händler ausgeliefert worden. "Doch die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot", erklärte Ex-Commodore-Manager Stumpf. Prognosen über die Lieferfähigkeit bis zum Jahresende beschränken sich allerdings auf die lapidare Aussage "soviel wie möglich". Auf konkrete Zahlen will man sich nicht festlegen.

Bei der Ankündigung von Software- und anderen Zusatzprodukten sind die Pläne offensichtlich genauer ausgetüftelt: Wenn es in den USA derzeit auch laut Sigmund Hartmann, dem Software-Präsidenten der Atari-Corp., erst 45 Programme gibt, die "man gebrauchen kann", so soll sich diese Anzahl bis zum Jahresende vervierfachen und bis Ende Januar sogar auf das Achtfache steigern. Netzwerk, Unix, Harddisk sind dabei für Atari Zukunftsmusik, die sie im Laufe des nächsten Jahres in die Tat umzusetzen gedenken.