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26.11.2007 - 

Test der Woche

ATI Radeon HD 3850 und HD 3870

Christian Helmiss
AMDs neue Grafikkartenchips bieten mehr 3D-Leistung für weniger Geld. In diesem Test finden Händler und Assemblierer alle Infos zur neuen Technik und die Testergebnisse der härtesten DX-9- und DX-10-Benchmarks.

Von Christian Helmiss, PC-Welt

Testbericht: AMD hat kürzlich zwei neue Grafikchips ausgeliefert: Nach der Radeon-HD-2000-Serie ist jetzt die 3000er-Serie mit dem "ATI Radeon HD 3850" und dem "ATI HD 3870" zu haben. Beide werden mit der Neuerung beworben, dass sie als Einzige auf dem Markt bereits Direct-X 10.1 und das Shader-Model 4.1 beherrschen. Damit verspricht der Hersteller eine deutliche Steigung der Grafikqualität durch Nutzung verschiedener grafischer Zusatzfunktionen. Spie-leentwickler wie beispielsweise Crytec ("Far Cry" und "Crysis") jedoch sehen die Verbesserungen als eher unwichtig an und haben sich schon dazu entschlossen, sie nicht zu verwenden.

Die neuen Chips unterstützen PCI-Express 2.0. Damit verdoppelt sich die Bandbreite, die eine entsprechende PCI-Express-Schnittstelle zur Verfügung stellen kann. Für eine bessere Energiebilanz soll die erstmals bei AMD eingesetzte kleinere 55-nm-Fertigungstechnologie sorgen. Darüber hinaus reduzierte der Hersteller im Vergleich zum Vorgänger "Radeon HD 2900 XT" die Anzahl der Transistoren von 700 auf 666 Millionen.

Bekanntes Schnittstellenangebot auf den neuen AMD-Karten: zweimal DVI- und einmal TV-Ausgang
Bekanntes Schnittstellenangebot auf den neuen AMD-Karten: zweimal DVI- und einmal TV-Ausgang

Ausstattung: Die neue Serie beherrscht wie die Vorgängergene-ration das Dekodieren von HD-Videomaterial. Der Kunde kann also HD- oder Blu-ray-Filme ruckelfrei abspielen. Ein Vorteil gegenüber Nvidia-Grafikkarten ist hierbei, dass das Audiosignal ebenfalls auf der Grafikkarte erzeugt und über die DVI-Schnittstelle ausgegeben wird. Dies geht bei Nvidia nur über eine PC-interne Kabelverbindung von der Sound- zur Grafiklösung.

Für die neuen ATI-Grafikkarten benötigt der Anwender einen sechspoligen Stecker vom PC-Netzteil.
Für die neuen ATI-Grafikkarten benötigt der Anwender einen sechspoligen Stecker vom PC-Netzteil.

Preise: Der Grafikchip HD 3850 wird sich in Mittelklassegrafikkarten wiederfinden, die standardmäßig mit 256 MB Speicher ausgestattet sind. Diese können Händler sofort für rund 160 Euro verkaufen. Damit liegt sie auf Augenhöhe mit Grafikkarten, die auf Nvidias Geforce-8600-GTS-Chips basieren. Mit einem Preis von rund 210 Euro liegt die HD 3870 (512 MB) ein gutes Stück unter der "8800 GT" und "8800 GTS". Letztere kosten Endkunden derzeit mindestens 240 respektive 260 Euro.

Tempowerte Radeon HD 3850: Alle 3D-Titel von 2006 und auch alle aktuellen Titel, die mit der DirectX-9-Software-Schnittstelle arbeiten, beschleunigte der Grafikchip in allen Auflösungen auf flüssige Bildraten. So erreichte beispielsweise das Spiel "Fear" selbst bei maximal möglicher Bildqualität und 1.600 x 1.200 Bildpunkten superschnelle 51 Bilder/s. Auch die 1.900er-Auflösung kann flüssig gespielt werden, nicht aber 2.560 x 1.600 Bildpunkte. Hier kam die 3850 nur auf 19 Bilder/s.

Die ATI Radeon HD 3850 im Tempotest: gerade gut genug für 1.280 x 1.024 Pixel
Die ATI Radeon HD 3850 im Tempotest: gerade gut genug für 1.280 x 1.024 Pixel

Die brandaktuellen 3D-Kracher, die Direct-X 10 verwenden, sind grafisch deutlich aufwändiger. So reichte die Kraft der HD 3850 im DX-10-Modus und bei höchster Bildqualität nur für Auflösungen von 1.280 x 1.024 (World in Conflict, 24 Bilder/s), 1.024 x 768 (Lost Planet, snow, 24, cave, 32 Bilder/s) beziehungsweise 1.600 x 1.200 Pixel (Company of Heroes, 25 Bilder/s).

Fazit: Der Grafikchip Radeon HD 3850 bietet unter Direct-X 9 genügend für Auflösungen bis 1.600 x 1.200 Pixel je nach Spiel muss man die Bildqualität noch etwas herunterregeln. Will der Kunde das Quäntchen mehr Bildqualität von Direct-X 10 genießen, reicht die Kraft des neuen 3850ers maximal für 1.280 x 1.024 Bildpunkte.

ATI Radeon HD 3870: ideal für Besitzer von 15-, 17- und 19-Zoll-TFT-Displays
ATI Radeon HD 3870: ideal für Besitzer von 15-, 17- und 19-Zoll-TFT-Displays

Tempowerte Radeon HD 3870: AMDs schnellster Grafikchip ist derzeit der Radeon HD 3870. Er genügt für alle 3D-Spiele, die die Direct-X-9-Software-Schnittstelle unterstützen. Und das funktioniert sogar bis zur Superauflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten. Der Gruselkracher Fear etwa zeigte immer noch durchschnittlich 32 Bilder/s, auch bei maximal möglicher Bildqualität. Das Ergebnis ist im Direct-X-10-Modus weniger erfreulich. Hier war bei World in Conflict und Lost Planet immer schon bei 1.280 x 1.024 Bildpunkten Schluss höhere Auflösungen verursachten immer einen sehr ruckeligen Bildaufbau. Und im DX-10-Spiel Company of Heroes genügte die Leistung immerhin für 1.600 x 1.200 Pixel.

Fazit: Dieser Grafikchip ist für Direct-X-9-Spiele in allen Auflösungen flott genug. Im Direct-X-10-Modus reicht seine Leistung bis zur 1.280 x 1.024er-Auflösung.

Gesamtfazit: gute Mittelklasse

AMD hat dazugelernt: Die neuen ATI-Grafikchips benötigen viel weniger Leistung als die Vorgängermodelle. So konnte auch die Lüftergeschwindigkeit und damit die Lautstärke der Kühllösungen gesenkt werden die getesteten Modelle waren sehr leise. Auch ist es positiv, dass nur jeweils ein Stromstecker für den Betrieb nötig ist.

AMDs neue Chips sind für Normal-User gedacht: 17- und 19-Zoll-Monitore bieten eine Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten diese können AMDs neue Grafikkarten liefern, der 3850er mit einer etwas weniger hohen Bildqualität als der 3870er-Grafikchip. Bei höheren Auflösungen muss man weiterhin auf Nvidia ausweichen, denn

Durch den großen Lüfter auf der HD 3870 werden zwei Steckkarten-Slots im PC-Tower belegt.
Durch den großen Lüfter auf der HD 3870 werden zwei Steckkarten-Slots im PC-Tower belegt.

AMD hat im High-End-Bereich derzeit nichts zu melden: Unsere Tests belegen, dass die etwas teureren Nvidia-Grafikkarten Geforce 8800 GT und Geforce 8800 GTS zwischen 10 und 30 Prozent flotter sind. Und anspruchsvolle Gamer, die bei höchster Bildqualität auch noch hohe Bildraten benötigen, greifen ohnehin zu den fast doppelt so teuren Geforce-8800-GTX- oder Geforce-8800-Ultra-Modellen. BB