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25.12.1992

ATM - ein neuer Stern am Netzhimmel?

Seit einiger Zeit zieht ein bis dato unentdeckter Stern am Connectivity-Firmament immer größere Bahnen: ATM. Im Dunkel so mancher DV-Herstellerkrise soll offenbar der neue Hoffnungsträger für strahlenden Glanz sorgen.

Ähnlich wie den drei Weisen, die der Stern nach Bethlehem führen sollte, geht es in puncto ATM derzeit den Anwendern: Außer der leuchtenden Vision ist wenig Konkretes bekannt. So sind fantastische Übertragungsraten im Giga-Bereich im Gespräch, und mancher Visionär, beispielsweise Telekom-Vorstand Gerd Tenzer, träumt bereits von 100-Gbit-Raten.

Bekannt ist bisher nur, daß die neue eierlegende Wollmilchsau "Wunderswitch" die problemlose Integration von Sprache, Video und Daten in einem Netz ermöglicht und auf einer zellularen Übertragungsmethode basiert - bei einer künftigen Zellgröße von 53 Bit. Über die zum Einsatz kommenden Protokolle und das Fehler-Management breiten die Hersteller derzeit jedoch noch den Mantel des Schweigens. Einziger Kommentar unisono: Wir arbeiten an dem Problem, und wir suchen mit anderen Firmen nach einem gemeinsamen Standard.

Schon gibt es vereinzelt böse Zungen, die immer lauter die ketzerische Frage stellen, ob die Branche vielleicht überhaupt kein Interesse an einem Standard hat? Wie meinte doch ein Connectivity-Manager anläßlich einer Pressekonferenz: "The Selling of Standards is a Non-Profit-Business."

Doch der Begeisterung in der Branche tut dies keinen Abbruch. Fast kein Tag vergeht, an dem nicht eine neue Pressemitteilung in die Redaktionsstuben flattert, in der ein weiterer Hersteller in blumigen Worten seinen eigenen X-Phasenplan zur Einführung von ATM ankündigt.

Daß die entsprechenden Komponenten natürlich modular aufgebaut sowie kompatibel zu den künftigen Standards sind und durch entsprechende Zusatz-Boards mit der technischen Entwicklung Schritt halten, versteht sich von selbst. Auf wunderbare Weise fallen in der Connectivity-Galaxie mit den ATM-Plänen mancher Hersteller dann gleichzeitig auch die Grenzen zwischen LANs, MANs und WANs.

Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedoch, daß bei den Großen der Branche, etwa Siemens oder IBM, Funkstille in Sachen ATM herrscht. Sollten sie etwa die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben, oder sind sie in Anbetracht der künftigen Schlüsseltechnolgie in einen Dornröschenschlaf verfallen? Vielleicht findet sich ja ein Prinz und Hellseher Ó la Alcatel-Vize Cornu, der Henkel und Cowachküßt.