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19.03.2004 - 

Integration der Sema Group gestaltet sich schwierig

Atos Origin gerät unter Druck

MÜNCHEN (CW) - Atos Origin hat das Geschäftsjahr 2003 mit hohem Verlust abgeschlossen. Der französische IT-Dienstleister gerät damit unter Zugzwang, die Eingliederung der im Herbst übernommenen Sema Group zu meistern.

Mit einer intensiven Akquisitionspolitik ist Atos Origin zum europaweit viertgrößten IT-Servicehaus aufgestiegen. Die schnelle Expansion fordert nun ihren Tribut, denn die aktuellen Geschäftszahlen sind durchwachsen. Das am 31. Dezember beendetem Geschäftsjahr 2003 schloss Atos Origin mit einem Verlust von 169 Millionen Euro ab, im Jahr zuvor konnte das Haus noch einen Überschuss von 71 Millionen Euro verbuchen.

KPMG-Übernahme belastet

Das aktuelle Ergebnis wurde durch Goodwill-Abschreibungen von 225 Millionen Euro belastet, die aufgrund der 2002 betriebenen Übernahme der KPMG-Aktivitäten in Großbritannien und den Niederlanden anfielen. Die beiden Beratungshäuser brachten rund 2800 Mitarbeiter und einen Umsatz von 600 Millionen Euro (Stand: Ende 2001) mit, dennoch schrumpften die Einnahmen von Atos Origin im vergangenen Jahr leicht um drei Prozent auf 3,04 Milliarden Euro. Die operative Gewinnspanne sank von 8,7 auf 8,2 Prozent.

Die Zahlen setzen Atos Origin unter Druck, die im letzen Herbst angekündigte Übernahme der Sema Group erfolgreich zu gestalten. Die nicht testierten Zahlen der vom Schlumberger-Konzern verkauften IT-Dienstleistungssparte entsprechen laut Atos Origin den Erwartungen, zeigen aber auch, dass die Integration einige Herausforderungen in sich birgt. Die Einnahmen der übernommenen Bereiche fielen binnen Jahresfrist von 2,6 Milliarden auf 2,37 Milliarden Euro, die Bruttogewinnspanne lag mit 3,1 Prozent deutlich unter dem Branchendurchschnitt von rund zehn Prozent. Immerhin brachte das Schlussquartal leichte Besserung. Die Gewinnmarge betrug 4,7 Prozent.

Schuldenabbau hat Vorrang

CEO Bernard Bourigeaud zeigt sich davon unbeeindruckt, er sieht der Sema-Integration zuversichtlich entgegen. Man werde den Schuldenabbau wie in den vergangenen Jahren vorantreiben, kündigte er an (siehe Grafik "In die roten Zahlen gerutscht" ). In Folge der Übernahme der Sema Group beliefen sich die Verbindlichkeiten zu Jahresbeginn auf 720 Millionen Euro, bis Ende 2004 sollen sie auf 600 Millionen Euro schrumpfen. Der Umsatz des künftigen Gemeinschaftsunternehmens soll das letztjährige Niveau von zusammen 5,4 Milliarden Euro erreichen, als Gewinnspanne strebt Bourigeaud einen Wert zwischen sechs und sieben Prozent an.

Hoher Outsourcing-Anteil

Sollte der Atos-Origin-Chef seine Ziele erreichen, würde sein Unternehmen zur weltweiten Nummer elf im IT-Servicemarkt aufsteigen und Konkurrenten wie Science Application International Corp. (SAIC), Unisys, Getronics und Siemens Business Services hinter sich lassen. Zumindest verfügt Atos Origin über ein starkes Outsourcing-Geschäft, das für rund 55 Prozent der Einnahmen sorgt. Damit ist der französische IT-Dienstleister etwas krisensicherer aufgestellt als der nationale Konkurrent Cap Gemini Ernst & Young, der das Gros seiner Einnahmen aus dem derzeit schwachen Beratungsgeschäft bezieht und erst kürzlich einen Einbruch der Jahresumsätze von 18 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro einräumen musste. (jha)

Abb: In die roten Zahlen gerutscht

Auch für das laufende Jahr rechnet Atos Origin mit stagnierenden Einnahmen. Zusammen mit den übernommenen Bereichen der Sema Group plant der IT-Dienstleister einen Jahresumsatz von 5,4 Milliarden Euro. Die Gewinnspanne soll sechs bis sieben Prozent betragen. Quelle: Atos Origin