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20.07.2006

Atos Origin steckt seine Claims in der Bankenbranche ab

Der französische IT-Service-Provider übernimmt die belgischen Betriebsdienstleister Banksys und Bank Card Company (BCC).

Von der Akquisition der beiden Servicehäuser erhofft sich Atos Origin, zum europäischen Marktführer im Zahlungsverkehr aufzusteigen. Der gemeinsame Umsatz von Banksys und BCC beläuft sich auf 309 Millionen Euro. Zusammen beschäftigen die Firmen 1100 Mitarbeiter. Banksys wickelte im vergangenen Jahr über ein Netz von 120000 Händlern mehr als 986 Millionen Transaktionen ab. BCC verwaltet für knapp 40 belgische Banken die Zahlungssysteme von Vista und Mastercard. Hauptaktionäre von Banksys und BCC waren bislang die vier Banken Dexia, Fortis, ING und KBC. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Anbieterlandschaft ordnet sich

Die Übernahme hat Atos Origin in Erwartung der angestrebten Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs (Single Euro Payment Area = Sepa) betrieben. Sepa beschreibt die Bemühungen der EU-Kommission, nach der Vereinheitlichung des Bargeldes (durch die Einführung des Euro) auch den bargeldlosen Zahlungsverkehr um nationale Besonderheiten zu bereinigen. Das European Payment Council (EPC), in dem sich führende europäische Banken zusammengefunden haben, hat der EU zugesagt, Sepa bis zum Jahr 2010 umzusetzen.

Diese Entwicklung dürfte die Provider-Landschaft neu ordnen, und Atos Origin steckt mit der Übernahme frühzeitig seine Claims ab. In die Kalkulation für die Akquisition wird zudem eingeflossen sein, dass die Banken die Abwicklung des Zahlungsverkehrs nicht zum Kerngeschäft zählen und zunehmend externen Dienstleistern übertragen. Nicht zuletzt deshalb gilt das Geschäft mit dem Business Process Outsourcing (BPO) für Finanzdienstleister als aussichtsreich.

Bislang konnten die IT-Service-Provider kaum profitieren. Den Markt teilen sich vornehmlich Spezialisten wie Xchanging, das die European Transaction Bank der Deutschen Bank übernommen hat, sowie aus Bankhäusern ausgegliederte Processing-Provider auf. Zur letzteren Kategorie zählt etwa das Geschäftsfeld Transaction Banking von der Postbank. Unter den IT-Dienstleistern konnte sich T-Systems eine aussichtsreiche Position im deutschen Markt sichern. Die Telekom-Tochter betreibt zusammen mit dem Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt KGaA ein auf die Wertpapierabwicklung spezialisiertes Joint-Venture.

Marktführerschaft angestrebt

Atos Origin möchte die neu erworbenen Anbieter mit der eigenen Tochter Atos Worldline zusammenführen, um Synergien zu heben. Bestandteil des Vertrags sind zudem Serviceabkommen mit den verkaufenden Banken. Sie verpflichteten sich, bei der Bearbeitung ihrer Kredit- und Debittransaktionen weiterhin Dienste von den einstigen Töchtern zu beziehen. "Mit dieser Transaktion erwirbt Atos Origin einen starken Payment-Processor und geht gleichzeitig eine langfristige Geschäftsbeziehung zu den verkaufenden Banken ein", argumentiert Bernard Bourigeaud, CEO von Atos Origin. "Ich bin überzeugt, dass die Integration der beiden Unternehmen ein voller Erfolg sein wird." (jha)