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26.09.2003 - 

Übernahme von Schlumberger Sema angekündigt

Atos Origin und Sema fusionieren zur Nummer vier

MÜNCHEN (CW) - Der französische IT-Dienstleister Atos Origin wird den Konkurrenten Schlumberger Sema für rund 1,3 Milliarden Euro übernehmen. Damit steigt Atos Origin zum europaweit viertgrößten IT-Servicehaus auf.

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein neuer Dienstleistungskonzern mit 50000 Mitarbeitern und einem weltweiten Jahresumsatz von 5,6 Milliarden Euro, basierend auf den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2002. Atos Origin führt mit dieser Übernahme seine schnelle Expansionspolitik fort. Nach IBM Global Services, EDS und T-Systems rangieren die Franzosen nun in Europa mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro auf Platz vier.

Das Unternehmen war im Herbst 2000 aus dem Zusammenschluss des französischen Systemintegrators Atos mit dem IT-Dienstleister des niederländischen Philips-Konzerns Origin entstanden. Mitte 2002 stärkte das Unternehmen seine Beratungssparte mit der Übernahme der Consulting-Aktivitäten von KPMG in Großbritannien und den Niederlanden.

Im Geschäftsjahr 2002 nahm der Dienstleister, der bislang nur in Frankreich und den Beneluxländern richtig Fuß fassen konnte, mit seinen etwa 28000 Mitarbeitern rund drei Milliarden Euro ein. Gut die Hälfte des Geschäfts entfallen auf Outsourcing-Dienste, der Rest kommt aus der Beratung (13 Prozent) und Systemintegration (36 Prozent). Bei der Präsentation der letzten Halbjahreszahlen konnte Atos Origin einen allerdings nur durch die KPMG-Übernahme bedingten Umsatzanstieg melden, der Nettogewinn brach um 60 Prozent auf 24 Millionen Euro ein.

Dass sich der Schlumberger-Konzern von seiner IT-Servicesparte Sema trennt, ist keine Überraschung. Schlumberger hatte im Februar 2001 die Sema Group für 5,2 Milliarden Dollar erworben, zwischenzeitlich Abschreibungen von mehr als drei Milliarden Dollar für die Tochter ausweisen müssen, rund 1600 Mitarbeiter entlassen und stark an Umsatz eingebüßt. Zuletzt nahm Schlumberger Sema 2,6 Milliarden Euro pro Jahr mit Beratung, Systemintegration und Outsourcing ein.

Für die Übernahme handelte Atos Origin offenbar recht günstige Konditionen aus. Von der Verkaufssumme entrichtet der Dienstleister 400 Millionen Euro in bar, den Rest begleicht das Servicehaus mit eigenen Aktien. Ein weiterer Bestandteil des Vertrages ist ein Outsourcing-Auftrag, den Schlumber an den fusionierten IT-Dienstleister vergibt. Atos Origin garantiert dieser Deal für die nächsten sieben Jahre Einnahmen in Höhe von 700 Millionen Euro.

Der Zusammenschluss bestätigt den Konsolidierungstrend im europäischen IT-Servicemarkt. Besonders aktiv sind derzeit französische Dienstleister: Erst vor wenigen Wochen kündigte der in Paris ansässige Anbieter Cap Gemini Ernst & Young an, den fünftgrößten französischen Service-Provider Transiciel übernehmen zu wollen. Zudem betonte das ebenfalls aus Frankreich stammende Beratungshaus Unilog, Akquisitionen in Großbritannien und Deutschland anzustreben. Die Übernahme beendet auch zwischenzeitliche Spekulationen, wonach Philips, das noch 45 Prozent der Anteile an Atos Origin hält, mit Siemens ein Tauschgeschäft verhandeln soll. Angeblich wollten beide Konzerne die jeweils schwächelnde Halbleitersparte sowie die IT-Dienstleister Atos Origin und Siemens Business Services (SBS) zusammenführen. (jha)

Abb: Europas Top Fünf

Atos Origin rückt in Europa vom zehnten auf den vierten Rang vor. Quelle: PAC