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26.03.1976 - 

Baden-Württembergs Urlaubscomputer

Attraktion stillgelegt

STUTTGART - Herr Lämmle will im nächsten Urlaub angeln, Frau Lämmmle möchte am selben Ort ihr Rheuma behandeln lassen. Der Urlaubsort soll über 300 Meter hochliegen. Die Familie möchte gern Halbpension haben und dafür nicht mehr als 25 Mark pro Tag und Person ausgeben. Gibt's das im Ferien- und Reiseland Baden-Württemberg?

Die Antwort gibt jetzt in Sekundenschnelle das Touristikinformationssystem "Infotour", das auf der Internationalen Ausstellung für Caravan, Motor, Sport und Touristik (CMT) auf dem Stuttgarter Killesberg vom Landesfremdenverkehrsverband (LFV) Baden-Württemberg einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dieses auf Initiative des baden-württembergischen Wirtschaftsministers und LFV-Vorsitzenden Dr. Rudolf Eberle geschaffene Demonstrationsmodell eines "Urlaubscomputers" hat sich im Testeinsatz auf den touristischen Fachausstellungen CMT und ITB (Internationale Tourismus-Börse in Berlin) gut bewährt. Es gehörte zu den Messeattraktionen und erregte internationales Interesse, denn Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland die EDV in den Dienst der Touristik-Information gestellt.

Die Angaben des Ferien-Katalogs "Baden-Württemberg 1976" sowie zusätzliche Informationen über die Heilbäder und die Kurerholung wurden mit dem Advanced-Text-Management-System (ATMS) der IBM erfaßt. Mit Hilfe des IBM-Informationssystems Stairs/VS können die Angaben nun in beliebiger Form abgefragt werden. Möglich sind Suchen mit Hilfe von Merkmalen (z. B. Rheuma, nördlicher Schwarzwald, Angeln), Selektion (z. B. Höhenlage nicht unter 300 Meter; Halbpensionspreise zwischen 20 Mark und 45 Mark), Überprüfen der Information am Bildschirm und Ausdrucken.

Infotour lief auf der 370/158 des Wirtschaftsministeriums und benötigte 512 K virtuellen Speicherplatz sowie 200 Zylinder einer 3330 Platteneinheit (einschließlich der System-Software Cics, Stairs/VS und ATMS). Per Datenfernübertragung waren die auf den Messeständen installierten Bildschirmterminals 3277 und der Drucker 3284 angeschlossen. Für die Realisierung des Projekts waren zwei Mannmonate zur Datenerfassung und zwei Mannwochen für die Implementierung notwendig - ein besonderes Anwendungsprogramm brauchte nicht geschrieben zu werden.

Infotour ermöglicht es, in kürzester Zeit Urlaubsorte zu finden, die den unterschiedlichen Interessen der einzelnen Familienmitglieder gerecht werden. Sie waren bisher - wenn überhaupt - nur in tagelanger Sucharbeit zu ermitteln. Herrn und Frau Lämmle konnten beispielsweise sehr schnell sechs verschiedene Urlaubsorte genannt werden, die allen Ferienanforderungen entsprechen.

Zur Zeit bemüht sich der LFV in Verhandlungen mit dem Wirtschaftsministerium darum, das auf den Tourismus-Messen so erfolgreiche "Infotour" auch künftig einsetzen zu können - er möchte es gerne ständig benutzen und nicht als Messegag 76 abschreiben.