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24.04.1998 - 

Vor allem Unix- und Internet-Anbieter profitieren

Auch an kostenloser Software läßt sich gut verdienen

Ein Treffen von achtzehn Freeware-Gurus im kalifornischen Palo Alto machte deutlich, welche Bedeutung dieser Bereich für die Branche hat. Obwohl Freeware auch heute noch kostenlos zu bekommen ist, steht bei der Definition derartiger Programme mittlerweile die Freigabe des Sourcecodes an jeden Interessenten im Vordergrund. Insofern gehört zum Beispiel der von Microsoft kostenlos verbreitete "Internet Explorer" nicht zu dieser Gruppe.

Dafür war bis zur Kommerzialisierung in den 90er Jahren das Unix-Betriebssystem Freeware. Die Freeware-Gemeinde reagierte darauf mit der Gründung der Free Software Foundation, die die Lizenzrechte für die Programme wahrnimmt und zudem dafür sorgt, daß alle Änderungen am Sourcecode allgemein verfügbar werden. Auf diese Weise ist mit Linux ein neues Unix entstanden, das schlanker ist als die teuren Produkte von Sun, HP und Co. , diesen leistungsmäßig kaum nachsteht, dafür aber nichts kostet. Mehr Treiber als für Linux gibt es heute nur für Windows 95.

Ebenfalls im Unix-Umfeld entstanden die nach wie vor weitverbreiteten und ebenfalls kostenfreien Gnu-Entwicklungswerkzeuge. Dabei steht Gnu für "Gnu is not Unix". Deren Initiator und Gründer der Free Software Foundation, Richard Stallman, blieb dem Treffen in Palo Alto jedoch demonstrativ fern, weil er jede Kommerzialisierung geistigen Gedankenguts, sprich: Programmcodes, ablehnt.

Auf dem Treffen jedoch ging es gerade um die kommerzielle Nutzbarkeit von Freeware. Was ihre Verbreitung betrifft, ist sie bereits ausgesprochen erfolgreich. Als Grund dafür nennen die Entwickler die qualitative Überlegenheit des Open-Source-Konzepts gegenüber der Geheimnistuerei in den Entwicklungsabteilungen von Software-Unternehmen. Die Tatsache, daß der Code jedermann zur Verfügung stehe, führe dazu, daß Millionen von Entwicklern ständig dabei seien, Fehler aufzuspüren, zu beheben und die verbesserte Programmversion zu verbreiten. Daher sei es schlicht falsch, wenn Freeware immer wieder als zweitklassig abgetan werde.

Damit sich mit der kostenlosen Software Geschäft machen läßt, muß man sie mit etwas anderem kombinieren. Wie bei Linux, der Programmiersprache Perl und dem weitverbreiteten Web-Server "Apache" setzt sich derzeit immer mehr das Konzept durch, kostenlose Programme mit professionellen Tools und vor allem Dienstleistungspaketen zu umgeben. Im Falle des Web-Servers verkauft der ursprüngliche Entwickler zudem eine kommerzielle Variante der Apache-Software. Außerdem gibt es immer mehr Unternehmen, die an Dienstleistungen etwa für Linux-Anwender verdienen, ohne ein Produkt anzubieten. Andere wie Informix oder die Software AG haben ihre Datenbank auf das Betriebssystem portiert, selbst Cobol-Spezialist Acucobol verspricht sich ein Geschäft von dieser Plattform.

Generell gilt, daß zum Beispiel das Internet ohne Freeware kaum vorstellbar wäre. Hinter den Domain-Names (www.company.com etc.) steckt die Freeware "Bind", das Verschlüsselungsverfahren Pretty Good Privacy (PGP) gilt als Standard, Apache ist der weltweit am häufigsten installierte Web-Server, und auch die Web-Software von Netscape ist ähnlich erfolgreich.