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18.03.1977

"Auch bei DB-Lösungen das Rad nicht noch mal erfinden"

Mit Jan Ellerbroek, Leiter der Hauptabteilung "EDV-Organisation bei der Colonia Versicherungen AG, Köln

- Welches Gesamt-Datenbankkonzept haben Sie vor?

In 1973 wurde mit den Überlegungen zum Aufbau einer zukunftsorientierten, langfristigen EDV-Verfahrensentwicklung und den Installationsvorbereitungen für ein gemeinsames Rechenzentrum für die Colonia-Gruppe begonnen.

Grundlage unserer langfristigen Anwendungsentwicklung ist das Datenbank- und da, wo es sinnvoll ist, das Datenfernverarbeitungskonzept. Dabei handelt es sich um ein über die Sparten sonstiger Unternehmensbereiche erstreckendes integriertes System, das als Kern sogenannte Informations-Datenbanken wie die Partner-, Vertriebs- und Rechnungswesen-Datenbank enthält. Diese werden ihrerseits von fachspezifischen Datenbanken beliefert. Die fachspezifischen Informationssysteme dienen primär der Abwicklung des Massengeschäftes und unterstützen die Arbeit der Sachbearbeiter in Form einer weitgehend aktenarmen Bearbeitung der Geschäftsvorfälle.

- Was ist davon bereits realisiert?

Von dem Gesamtkonzept wurde bis Anfang 1977 die 1. Stufe unseres Vertriebs-Informations-Systems, unseres Rechnungswesen-Informations-Systems, die versicherungstechnische Datenbank für den Kraftfahrtbereich einschließlich der, allerdings zunächst nur auf die Daten der Kraftfahrt-Versicherungsnehmer ausgelegten, Partner-Datenbank und ein Auskunftssystem für den gesamten Lebensversicherungsbereich realisiert.

- Wurde die Realisierung ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern durchgeführt?

Für die Realisierung der ersten Schritte unter IBMs IMS wurde von der Unternehmensleitung eine sehr enge Termin-Zielvorstellung vorgegeben. Die zur Verfügung stehende Mitarbeiter-Kapazität bei der Colonia reichte nicht aus, um alle Aktivitäten abzudecken.

Daher wurden mit Schwerpunkt für die Datenbank-Projekte externe Mitarbeiter mit der notwendigen Erfahrung hinzugezogen.

- Für welche Aufgaben können bei solchen Vorhaben externe Berater eingesetzt werden?

Der Einsatz von externen Beratern wurde sowohl qualitativ als auch quantitativ in den einzelnen Projekten vorgenommen. Zum einen ging es darum, Spitzenbelastungen in der Programmierung abzudecken, zum anderen sollte möglichst anwendungsbezogen "das Rad nicht noch einmal erfunden" und daher externes Know-how sowohl softwaretechnisch als auch anwendungsspezifisch genutzt werden.

- Wie erfolgte die Schulung für IMS?

Die Schulung der Colonia-Mitarbeiter zur Durchführung von Datenbank-Projekten wurde sehr umfangreich, differenziert nach der jeweiligen Aufgabenstellung, durchgeführt.

Für die EDV-Mitarbeiter wurden alle notwendigen Kurse vom Hersteller durchgeführt, und zusätzlich erhielten die Mitarbeiter Gelegenheit, durch "training on the job" in Zusammenarbeit mit den externen Mitarbeitern das Wissen zu vervollständigen.

Die Schulung der Endbenutzer erfolgte sehr frühzeitig und ausführlich in Zusammenarbeit mit den zuständigen EDV-Verbindungsstellen.

- Haben die DB/DC-Anwendungen Veränderungen im strukturellen Aufbau des EDV-Bereiches mit sich gebracht (bezogen auch auf das Rardware-Konzept)?

Diese Frage muß eindeutig mit "Ja" beantwortet werden. In der Organisation der EDV wurde im wesentlichen der Aufbau einer zentralen Datenbank-Gruppe mit Verantwortung für den Aufbau und die Verwaltung der Datenbanken notwendig.

Gleichzeitig wurde die Systemprogrammierung erweitert, um möglichst alle Probleme bei technischer Betreuung der DB-/DC-Software bearbeiten zu können.

Im Operating wurde eine Erweiterung auf Datenfernverarbeitung zur Online-Steuerung (Masterterminal) notwendig. Der Aufbau einer Betriebsablaufsicherung (Datenbanksicherung, Wiederherstellung, Überwachung der T-Funktionsfähigkeit) erforderte zusätzliche Mitarbeiter.

Im Hardwarebereich wurde eine entsprechende Erhöhung der zentralen Kapazität an die Software- und Anwendungserfordernisse notwendig. Die erhöhten Sicherheitsanforderungen wurden in der Hardware-Konfiguration ebenfalls berücksichtigt.

Ebenso mußte, bedingt durch den Aufbau der Datenbanken, die erforderliche Plattenperipherie und die TP-Einrichtungen (Leitungen, Modems Bildschirme, Drucker) aufgebaut werden.

- Welchen Rationalisierungseffekt versprechen Sie sich von der Gesamtlösung?

Als wesentlichstes Ergebnis unseres Datenbank-Systems wollen wir eine Steigerung der Produktivität der Endbenutzer durch Verbesserung des EDV-Services in der Colonia erreichen.

Neben den meßbaren Vorteilen erwarten wir durch unser in Stufen aufzubauendes Informationssystem eine Reihe zur Zeit im Detail schwer quantifizierbarer Ergebnisse.

- Haben Sie Alternativen zu IMS gesucht und wie kam es zur Entscheidung für IMS?

Bei der Auswahl eines DB/DC-Softwarepaketes wurden folgende, wesentliche Voraussetzungen verlangt:

-Ein zukunftsorientiertes DB/DCSystem hinsichtlich Lebensdauer und schneller Anpassung an neue Hardware-Entwicklungen.

-Weites DB/DC-Funktionsspektrum zur Realisierung von teilweise verschiedenartigen Anwendungsgebieten.

-Sicherheitseinrichtungen für die Datenbanken und für die Online-Programme.

-Weitgehende Entlastung der Anwendungsprogrammierung von Problemen der physischen Datenbank-und Datenfernverarbeitungstechnik.

Unter Berücksichtigung aller Kriterien haben wir uns 1973 für IMS entschieden. Nach nunmehr gut 3jähriger Erfahrung ist diese Entscheidung aus heutiger Sicht richtig gewesen.

- Welches Gewicht hat die IMS-Gruppe innerhalb der Colonia-EDV?

Bei dieser Gruppe handelt es sich um eine zentrale Gruppe, die in der Funktion des "data base administrators" für alle Datenbank-Projektierungen zuständig ist.

- Welche Unterstützung bekamen Sie vom Hersteller?

Bei der Implementierung unserer Anwendung unter IMS gab es mit dem IMS-System Schwierigkeiten, die eine qualifizierte Unterstützung durch die zuständige Geschäftsstelle, die Softwaretechnik und die zentralen Stäbe des Herstellers erforderten.

Bei der Implementierung des zur Zeit in Betrieb befindlichen IMS-Release 1.1.3 wurde zusätzliche Unterstützung durch das Entwielklungslabor geleistet.

Heute ist ein stabiler IMS-Systemstand für unsere Anwendungen erreicht.

- Hat sich der Einsatz externer Berater gelohnt und ist das nachahmenswert?

Bei entsprechender Auswahl und sorgfältiger Disposition ist diese Frage aus unserer Sicht voll zu bejahen.

Jan Ellerbroek (36),Jurist, graduierter Betriebswirt, Reserve-Offizier der Bundeswehr, machte bei der Colonia Versicherungen AG (Köln), der zweitgrößten deutschen Versicherungsgruppe, in vier Jahren die "beschleunigte Ochsentour" zum Direktor der Hauptabteilung "EDV-Organisation". Er blickt auf 11 Jahre EDV-Tätigkeit zurück, unter anderem bei einem namhaften EDV-Hersteller. Sein "berufliches" Hobby ist die Datenbank-Implementierung: " . . . sind wir mit Priorität dran-voraussichtlich bis 1985."

Colonia-Equipment: 2 x 370/158 (Modell 1 mit 2 MB, Modell 3 mit 3 MB), 440 Remote-Datenstationen (100 Drucker, der Rest 3270-Terminals). de