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30.10.1987 - 

Studiengang Produktionsinformatik ab nächstem Jahr:

Auch Berufsakademien werden CIM-fähig

Aus dem Fach Technische Informatik heraus entwickelten die Berufsakademien in Baden-Würtemberg den Studiengang Produktionsinformatik. Wie der Fachleiter Technische Informatik der Studienakademie Mannheim, Edgar Dietrich, beschreibt, können dort ab 1988 Studenten eine CIM-Ausbildung mit Grundstudium und Vertiefungsfachrichtung absolvieren.

Genau so, wie man - so ist an vielen Stellen zu lesen und zu hören - CIM nicht kaufen kann, ist es zumindest zur Zeit nicht möglich, CIM zu lernen und damit CIM-Ingenieure auszubilden. Durchaus möglich ist aber, sich einen Überblick über die einzelnen CIM-Komponenten und deren Zusammenspiel zu verschaffen und, wie es ein Artikel in der COMPUTERWOCHE Nr. 38 vom 13. März 1987 beschreibt, "CIM-Spezialistenwissen ökonomisch zu koordinieren" (Seite 38). Die Gründe sind einfach und liegen auf der Hand: Die verschiedenen Funktionen der computerintegrierten Produktion sind für sich alleine betrachtet bereits so umfassend, daß diese selbst ihren Spezialisten fordern. Zu den technischen Bereichen, die miteinander zu koordinieren sind, kommen kommerzielle Gebiete und Managementfunktionen hinzu. DV-unterstützt ließen sich Teilbereiche für sich alleine schon seit längerem optimal lösen.

Mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten und Netzwerken sind ideale Voraussetzungen für die Integration geschaffen, wenn die Komponenten hard- und softwareseitig miteinander problemlos kommunizieren können. Das hierfür geforderte interdisziplinäre Wissen wird auf Grund der über Jahrzehnte gewachsenen Struktur im klassischen Hochschulbereich nicht vermittelt. Zu finden ist die funktionale Trennung in Fachgebieten, die eigentlich im Sinn von CIM eng untereinander verbunden sein müßten.

Die Berufsakademien in Baden Württemberg konzipierten mit dem Start der Technischen Informatik am 1. Oktober l986 an den Akademien in Stuttgart und Mannheim, in Zusammenarbeit mit der Industrie, eine Vertiefungsfachrichtung "Produktionsinformatik", die sich in starkem Maß der CIM-Ausbildung widmet. Die ersten Studenten, die diesen Studiengang ab 1988 durchlaufen werden, haben ein viersemestriges Grundstudium absolviert.

Besonderes Gewicht besitzen dabei (siehe Themengebiete in Abb. 1) die umfassenden Lehrveranstaltungen aus dem ingenieurwissenschaftlichen Bereich wie Elektrotechnik, Meßtechnik, Mechanik, Konstruktion und Technologie (mechanisch und verfahrenstechnisch).

Diese Grundlage ist Ausgangspunkt für den Lehrumfang der Vertiefungsfachrichtung (siehe in Abb. 2 den Originalauszug der bereits gesetzlich verankerten Produktionsinformatik). Die Ausbildung erhält ihren Höhepunkt in einem CIM-Labor, in dem die Studierenden mit einer Modellfabrik in Form eines Planspieles den integrativen Ablauf in einem Produktionsunternehmen kennenlernen.

Zur Ausbildung stehen rechnerseits als Arbeitsplätze 18 VAXstations 2000 mit Farbschirmen mit Medusa für CAD, Patran für FEM, Vaxprofi als PPS- und Interleaf für die technische Dokumentation zur Verfügung. Im "Low-Cost"-Bereich sind 16 PCs, alle von in das Rechnernetzwerk integriert, vorhanden. Hier wird als CAD-Paket den Studierenden Autocad angeboten.

Eine Modellfabrik, zur Demonstration und zum Kennenlernen von "CIM", bestehend aus Dreh- und Fräsmaschinen sowie Handhabungssystem und Drei-Koordinaten-Meßgerät mit den erforderlichen Modelldaten, befindet sich im Aufbau.

Das System enthält dann dokumentierte Fallbeispiele, mit denen vollständige Abläufe ohne größere Vorbereitungen nachvollzogen werden können.

Der Umgang mit den unterschiedlichsten Paketen und deren Integration wird dadurch erleichtert, daß die Studierenden während ihres Studiums immer mit ein und derselben Benutzeroberfläche arbeiten, die sie

im Grundstudium erlernen und sich dann in vertiefenden Lehrveranstaltungen "nur noch" auf die Applikationen selbst konzentrieren können.

Grundstudium Produktionsinformatik

Lehrveranstaltungen

Grundlagen der Informatik

Algorithm. und Datenstr.

Mathematik I

Mathematik II

Signale und Systeme

Technische Physik

Grundlagen Elektro-Technik

Elektronik

Digitaltechnik

Mikroprozessor-Technik

Einführung in die Nachrichtentechnik

Meßtechnik

Rechnerarchitektur I

Software-Engineering

Einführung in die praktische DV

Wahlpflichtfächer

Betriebswirtschaftslehre

Nachrichtentechnik

Werkstoffe und Konstruktion

Technologie

Vertiefungsfachrichtung Produktionsinformatik

Lehrveranstaltungen

Datenbanken

System-Engineering

Kommunikationsnetze

Computer Aided Engineering

Prozeßleitsysteme

Sensorik, Aktorik

Simulationstechnik

Fertigungssysteme

Regelungstechnik

Produktionsplanung und -steuerung

Qualitätssicherung

Betriebsorganisation

Vertiefungsfach

Studienarbeit

Labor Fertigungssysteme

Labor CIM