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15.11.1985

Auch Big Blue paßt sich der veränderten Marktstruktur an:IBM drosselt PC-Produktion in Schottland

GLASGOW (CW) - Die IBM hat mit Beginn dieses Monats die Produktion der PC-Modelle im schottischen Werk in Greenock heruntergefahren. Zu dem Umfang wollte sich IBM nicht äußern. Gleichzeitig senkte der Branchenriese die Preise für einige PC-Modelle um 15 Prozent.

Als eine Produktionsdrosselung im eigentlichen Sinne will IBM den geringeren Ausstoß nicht verstanden wissen. Vielmehr habe man, so die deutsche Tochter des Marktführers in Stuttgart, Überkapazitäten abgebaut und die Produktion normalisiert. Zu der erhöhten Fertigung hätte der Nachfragestau aufgrund der verzögerten Auslieferung bei den PC/AT-Modellen geführt.

Durch die verstärkte Ausnutzung der Produktionskapazitäten in den zurückliegenden Wochen hat auch der Lagerbestand zugenommen. So hat IBM die Aufträge an die Subunternehmen wie Thorn Emi und AB Electronics erst einmal hinausgeschoben. Analysten, schreibt die "Financial Times", gehen davon aus, daß IBM sein Planziel zu optimistisch eingeschätzt habe. Die Preisreduzierungen seien eine zusätzliche Antwort auf die verhaltene Nachfrage.

AB Electronics gilt als der größte Einzelkunde von Big Blue. Das Unternehmen liefert an IBM gedruckte Schaltungen für den PC als auch Komponenten. Auf die veränderte Nachfragesituation des Marktführers müssen AG und Thorn Emi nun reagieren. Beide Unternehmen wollen ihre bislang für den IBM PC genutzten Kapazitäten auf andere Bereiche umstellen.

Laut IBM werden sich die veränderten Auftragstermine für AB Electronics und Thorn Emi Anfang 1986 bemerkbar machen. Es soll sich lediglich um eine kurzfristige Maßnahme handeln. Allerdings kann IBM diese zeitlich nicht verbindlich eingrenzen.

Die Nachfrage nach den PCs des Branchenjumbo wächst in Europa wesentlich stärker als in den USA. Zwar hat IBM in den europäischen Ländern bei Personal Computern einen Marktanteil von rund 35 Prozent, doch ist dieser signifikant kleiner als in den Staaten.

Für das erste Quartal 1986 erwartet IBM einen geringeren PC-Absatz als im Schlußquartal 1985. Jedoch soll er über dem der ersten drei Monate in 1985 liegen.

Daß an dem blauen Koloß der Einbruch im PC-Geschäft jenseits des großen Teiches nicht spurlos vorübergeht, zeigen dessen Anpassungsbemühungen. So hat der Konzern mit Sitz in Armonk einige Kostenblöcke um 15 Prozent gesenkt. Ferner hat IBM im Oktober die Zahl der Beschäftigten in Amerika leicht gesenkt. In Europa und Asien hingegen, so Akers, sei eine Zunahme des Personalstandes vorgesehen.

Ungeachtet der IBM-Anpassungen wird IBM-Chef John Akers nicht müde, ein starkes viertes Quartal zu prophezeien. Die Hoffnungen für die letzten drei Monate 1985 setzt der DV-Multi nach wie vor auf die 3090-Auslieferungen. Immerhin hat IBM in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnrückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen.