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29.08.1975 - 

Klima im Rechenzentrum

Auch der Computer soll sich wohlfühlen

MÜNCHEN - En Großteil der im EDV-Betrieb aufgenommenen elektrischen Energie verwandelt sich in Wärme, die den Computerraum aufheizt. Da es sich um trockene Wärme handelt, wird gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit herabgesetzt. Das Klima wird schlecht: für die Funktionstüchtigkeit der EDV-Anlage und auch für das Wohlbefinden der Mitarbeiter, die sich im Computerraum aufhalten.

Die modernen elektronischen Bauteile der Zentraleinheiten arbeiten zwar auch bei großen Temperaturschwankungen zuverlässig, aber immer geben sie Wärme ab. Periphere Geräte für die Datenträger und die Datenträger selbst, speziell das Papier, sind weit wetterfühliger. Sie erfordern ein Standardklima mit etwa 22 C im Mittel und einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent (+/- 5%). Die Klimatisierung von Computerräumen ist also technisch bedingt, im Gegensatz zur sogenannten Komfort-Klimatisierung, die lediglich dem menschlichen Wohlbefinden dient.

"Wärmekraftwerke"

MDT-Anlagen und Kleincomputer werden in der Regel mit dem Hinweis angeboten, daß sie keine klimatisierten Räume benötigen. Das ist richtig, wenn die Räume, in denen die Anlagen aufgestellt werden, genügend groß beziehungsweise wenigstens mit einer Komfort-Klimaanlage ausgerüstet sind. Sonst kann selbst ein Minicomputer ungewollt zum Kanonenofen werden. Für Großcomputer ist die Klimatisierung der Räume unabdingbar und vom Hardware-Hersteller in der Regel spezifiziert vorgeschrieben. Das ist verständlich, wenn man die technischen Größenordnungen kennt, die es zu bewältigen gilt. Eine EDV-Anlage kann - abhängig von der Energieaufnahme - stündlich bis zu 80 000 kcl Wärme produzieren. Das entspricht der Leistung der Zentralheizung in einem Mehrfamilienhaus. Entsprechend groß muß die Kühlleistung der Klimaanlage sein. Aus Sicherheitsgründen pflegt man die Leistung sogar auf das Doppelte des Solls auszulegen. Für die Kosten gibt es eine Faustregel. Der Investitionsbedarf liegt bei 1 bis 1,50 Mark pro kcl/h Wärmeleistung des Computers. Und es gilt: je größer die EDV-Anlage, desto relativ günstiger die Investitionskosten für die Klimaanlage und umgekehrt.

Kostenkontrolle durch Ausschreibung

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, Angebote verschiedener Hersteller einzuholen. Denn nicht nur die Preise vergleichbarer Einrichtungen variieren, sondern es gibt auch durchaus unterschiedliche technische Lösungen, die dem Anwender Preisvorteile bringen können. Rechenzentren wachsen gelegentlich.

Die Hersteller von Klimaanlagen haben sich darauf eingerichtet. Sie entwickelten Bausteinsysteme aus kompakten Klimaschränken

(Luftkühlung), die sich dem jeweiligen tatsächlichen Bedarf anpassen lassen. Anpassungsfähig sind die Klimaschränke auch vom Design her.

Wichtige Nebeneffekte

Das Klima, in dem sich der Computer wohlfühlt, ist leider für die Mitarbeiter im Computerraum keineswegs optimal. Zwar entspricht die angestrebte Luftfeuchte mit 55 Prozent exakt dem Wert, der auch den Operator bei Laune hält. Dagegen verlangt der menschliche Organismus bei der Raum-Temperatur eine gewisse Schwankungsbreite in Abhängigkeit von der Außentemperatur.

Die optimale Klimatisierung von Computerräumen hat noch einen wichtigen Nebeneffekt. Sie verhindert weitgehend die elektrostatische Aufladung von Fußbodenbelägen und damit eventuelle Beeinträchtigungen magnetischer Datenträger. Da Klimaanlagen gleichzeitig auch die Luft entstauben, werden weitere Störfaktoren bei Datenträgern ausgeschaltet.

Abwasserprobleme

Ein wichtiger Hinweis, falls bei Großanlagen eine Klimaanlage geplant wird, die mit Wasserkühlung arbeitet. Bei einem Wasserdurchsatz von mehreren Kubikmetern pro Stunde entstehen erhebliche Betriebskosten, da selbstredend auch Abwassergebühren fällig sind. Schlimmer noch: die zuständige Kommune kann die Genehmigung wegen der großen Abwassermengen versagen. In München gibt's bereits einen "Numerus clausus": Der Wasserbedarf von Computer-Klimaanlagen darf maximal bei 3,6 Kubikmeter pro Stunde liegen.