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21.06.1991 - 

Offene Versionen von Adabas und Natural demnächst verfügbar

Auch die Software AG kann sich dem Sog zu Unix nicht entziehen

LONDON (qua) - Um den Anforderungen ihrer Kunden nachzukommen, bietet die Darmstädter Software AG (SAG) ihre Bestseller "Natura" und "Adabas" demnächst auch unter Unix an. Wie der deutsche Software-Primus anläßlich einer internationalen Pressekonferenz in London mitteilte, befinden sich die ersten Unix-Versionen des DBMS sowie der 4GL im "Controlled-Release"-Status.

"Wir wollen keine Unix-Company werden. Wir wären gar nicht in der Lage, preisgünstige Single-Copy-Produkte zu verkaufen", wehrt Peter Pagé, Mitglied des SAG-Vorstands, vorschnelle Interpretationen der jüngsten Produktankündigung ab. Die Entscheidung, neben den OS/2-Ausführungen jetzt auch Unix-Versionen ihrer beiden Cash-Cows auf den Markt zu bringen, stellt laut Pagé keine Absage an die IBM-dominierte Mainframe-Welt dar: "Wir sehen Unix in einem größeren Kontext, im Rahmen der Anforderungen an die (unternehmensweite, Anmerkung der Redaktion) Datenverarbeitung." Unix bedeutet für die Software AG zunächst HP-UX. Die Ausführung für das Unix-Derivat von Hewlett-Packard soll den SAG-Entwicklern dann als gemeinsame Grundlage für weitere Unix-basierte Produktausführungen dienen.

Derzeit laufen die SAG-Produkte auf der HP-Serie 9000/800 sowie auf den Siemens-Rechnern MX 500 und MX 300 unter Sinix; geplant sind Portierungen auf die IBM-Workstation RS/6000 unter AIX, auf Decsystem und Decstation unter Ultrix 4.0, auf Sun-Sparc-Systeme unter Sun-OS/411 sowie auf Intel-Prozessoren unter SCO Open Desktop 5.32.

Außerdem, so behauptet Pagé, sei die SAG-Mannschaft in der Lage, die Systemsoftware "im Auftrag des Kunden" innerhalb von acht Wochen auf jedes gewünschte Unix-System zu portieren. Exoten werde die Software AG jedoch nicht unterstützen, da sie nicht nur die Portierung, sondern auch den Support sicherstellen müsse. Um die Sourcecode-Kompatibilität sowie die "Versionseinheit" der verschiedenen Ausführungen zu garantieren, wollen die Darmstädter eigenen Aussagen zufolge auch darauf verzichten, die Portierungsarbeit an den einen oder anderen Hardwarepartner zu delegieren.

Allerdings räumt der SAG-Vorständler ein, daß Unix-Know-how im eigenen Hause noch nicht im gewünschten Maße verfügbar sei. Hier liege einer der Gründe dafür, warum die neuen Produkte vorerst nur "kontrolliert" ausgeliefert würden. Voraussichtlich ab September dieses Jahres werden sie generell freigegeben - zunächst für Deutschland, bis Ende des Jahres auch weltweit.

Wenn die SAG einlöst, was sie mit der Ende 1990 vorgestellten "Entire Function Server Technology" versprach, werden sich die Mainframe-Applikationen ihrer Kunden auf dezentrale Unix-Systeme herunterladen lassen (vergleiche hierzu CW Nr. 44 vom 2. November 1990, Seite 11: "SAG restrukturiert Produkte nach dem Client-Server-Prinzip"). Voraussetzung dafür ist, daß diese Anwendungen mit Natural und Adabas erstellt wurden.